Schlagwort-Archiv: Partizipation

Handlungskunst – konzeptionelle Einstiege

Sommersemester 2015
Jan Holtmann
64139
Sem. 2 SWS, 25 T
Blockveranstaltung

Inhalt:

„KUNST SOLL ETWAS ANDERES TUN, ALS IM MUSEUM AUF DEM HINTERN ZU SITZEN.“ forderte der Künstler Claes Oldenburg 1961, ohne dabei in seiner eigenen künstlerischen Praxis grundlegend mit dem Museum zu brechen. 30 Jahre später entwickelten Künstler mit sozialen, politischen, oder anderen Alltagshandlungen künstlerische Praxen, in denen sie zum Beispiel Stadtentwicklung betreiben, nachhaltige medizinische Versorgung für Obdachlose organisieren oder mit einem Fahrradladen eine Stadtteilwährung schaffen. Diese Praxen erscheinen mit der Idee des Kunstmuseums nicht nur unvereinbar, sondern brechen mit dem gängigen Verständnis und Umgang mit Kunst und stellen seinen Status in Frage. Wenn jede Tätigkeit Kunst sein kann, macht die Bezeichnung Kunst dann noch einen Sinn?
Begriffe für diese Praxen gibt es etliche: Interventionskunst, Kunst des Öffentlichen, New Genre Public Art, Konkrete Interventionen, Aktivismus, Partizipation, Comunity based art, Vermittlungskunst. Unter Handlungskunst sind diese Begriffe subsumiert, wenn es darum geht, den Bruch zu kennzeichnen, der mit einer Praxis verbunden ist, bei der Kunst nicht mehr in der Herstellung von ästhetischen Artefakten, der Gestaltung von Objekten und ihrer Wirkung in einer Präsentation besteht, sondern in Handlungen, die gesellschaftlich wirken.
Handlungskunst stellt dabei grundsätzliche Fragen an die Kunst und ihre Vermittlung, an die Beteiligten, ihr Verständnis, ihre Rolle und ihr Handeln, die die Möglichkeit haben, jede Lern- und Lehrsituation zur Vermittlungskunst werden zu lassen.
Das Seminar ist eine theoretische und praktische Einführung in die Handlungskunst und setzt die aktive Mitarbeit, die Entwicklung eines Projektes und seine Reflexion voraus.

Ablauf

10. April Freitag 14.00 – 18:00 (punkt 14:00)
24. April Freitag 15.00 – 18:00 (punkt 15:00), 25. April Samstag 11.00 – 17.45
15. Mai Freitag 15.00 – 18:00 (punkt 15:00), 16. Mai Samstag 11.00 – 17.45
19. Juni Freitag – Präsentationstermin

Mitwirkende und Mitdenkende gesucht: Projekt Transkultur Cologne

Im Rahmen einer Kooperation mit dem Europahaus Marienburg findet am 13.6.2013 wieder ein Projekttag statt, an dem ca. 60 Jugendliche aus Europa die Stadt Köln besuchen. Wie beim letzen Mal im Sommer 2011 gestalten wieder Studierende der Uni Köln diesen Exkursionstag im Rahmen einer Lehrveranstaltung: Transkulturelle Kunstpädagogik.
Im Sommer 2011 versteckten die Studierenden ein paar USB-Sticks in den Mauern der Kölner City und schufen so eine Reihe von DeadDrops als Teil des weltweit wirkenden Projekts des Berliner Medienkünstlers Aram Barthol. Diese „Toten Briefkästen“ enthielten digitale Informationen über die Route und kleine Aufgaben, die auf dem Weg durch die Stadt zu erledigen waren. Die digitale Schnitzeljagd endete schließlich in einem Flashmob auf der Domplatte (Doku-Film).
Worum es diesmal geht, ist noch offen. Zur Anregung der Phantasie der Mitwirkenden sind verschiedene Inputs geplant: Ansgar Schnurr aus Dortmund berichtet unter dem Titel Transkultur, Globalität, Hybridität über jugendliches Bildhandeln in der Migrationsgesellschaft, Antje Breitkopf über „Kulturelle Implikationen globaler Medien” am Beispiel des one-laptop-per-child-Projekts (OLPC) in Peru und Sigrid Gareis berichtet über die Kölner Akademie der Künste der Welt – academycologne.org usw….

Zur Verstärkung des Teams werden noch (dringend) studierende Mitwirkende gesucht. Credit Points können im Rahmen der o.g. Lehrveranstaltung verrechnet werden. Nächster Termin: 30.4., 14:00 in R 244.

Bei Interesse bitte eine kurze mail an t.meyer@uni-koeln.de