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Rätsel aus Kunst und Wissenschaft

Am Samstag eröffnet in Kassel die 13. Ausgabe der Weltkunstausstellung Documenta. Ein erster Rundgang durch das Fridericianum, in dem die künstlerischere Leiterin, Carolyn Christov-Bakargiev, dem Besucher schon mal viel abverlangt
von Daniel Völzke 07.06.2012

Fridericianum, Foto: Nils Klinger

„Liebe Carolyn, ich schreibe Dir mit einem schlechten Gewissen, denn ich habe das Gefühl, Du könntest denken, ich hätte Dich betrogen.“ Man kann nicht sagen, der Künstler Kai Althoff habe es sich besonders leicht gemacht, als er seine Teilnahme an der Documenta (13) abgesagte: Auf mehreren handbeschriebenen Seiten legt er der künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev dar, warum er ihre Einladung nicht annehmen kann. Er habe grundsätzlich keine Ahnung, wie es weitergehen soll in seinem Leben, und überhaupt habe er für 2012 schon viel zu viel zugesagt. Skepsis, Verweigerung, Scheitern und die Ablehnung von Möglichkeiten wird man auf dieser Documenta häufig begegnen. „Es geht darum, Zweifel zu säen, Sicherheiten in Frage zu stellen“, sagt Christov-Bakargiev.

Der Brief von Kai Althoff liegt in einer Vitrine ausgebreitet, die Vitrine steht in einem großen, ansonsten leeren Raum im Fridericianum, dem Austragungsort der Ur-Documenta von 1955. Es ist das Erste, was man sieht, wenn man den Rundgang durch die Kunsthalle beginnt. Ein Statement. Umweht wird diese Ansage von der Luft dieses alten Ausstellungshauses, die durch eine Windmaschine des Künstlers Ryan Gander bewegt wird. Das Luftige, das Vage, das Unfassbare in den Interviews mit der Kuratorin wurde im Vorfeld zur Documenta (13) kritisiert. Hier wird es zur Ausstellung – und behauptet tatsächlich eine eigene Schönheit.

Zur Perfektion wird diese gesteigert durch ein Lied aus dem Nachbarraum: die Soundarbeit „Til I get it Right“ von Ceal Floyer.
[Weiterlesen bei http://www.monopol-magazin.de/]

Bitte „keine explizit politische Kunst“

Carolyn Christov-Bakargiev, die Chefin der diesjährigen Documenta, über ihr feministisches Kein-Konzept-Konzept und die Gefahren des Wissenskapitalismus.
INTERVIEW: INGO AREND


Frauen wehren sich gegen die intellektuelle Tradition der Männer. Sie kreieren Momente des Zögerns und Zweifelns“, sagt Documenta-Chefin Christov-Bakargiev. Bild: dapd

sonntaz: Frau Christov-Bakargiev, erinnern Sie sich noch an die Documenta von Jan Hoet?
Carolyn Christov-Bakargiev: Ja, die mochte ich sehr. Ich erinnere mich noch an die wunderschöne Spinne aus Menschenhaar von David Hammons im Fridericianum, die Holzskulptur von Jimmie Durham oder Michelangelo Pistolettos Happy-Turtle-Projekt in einem ausrangierten Laden. Da gab es eine Menge gute Kunst.
Ich frage nicht ohne Hintergedanken. Von Jan Hoet stammte der Satz: Ich habe kein Konzept. Sie sagen das auch ständig. Erwartet uns kommende Woche in Kassel ein ähnlich bunter Jahrmarkt wie 1992?
Hoets Documenta war vielleicht nicht so sensibel für die politischen Fragen der damaligen Zeit: den Fall der Mauer, die Krise Europas. Ich versuche mich mehr mit den Problemen der Welt im Großen auseinanderzusetzen. Trotzdem mochte ich, dass sie kein so strenges Konzept hatte. Dann kommen die Kunstwerke besser zur Geltung.
Das wird auch bei Ihnen so?
Es gibt eine Analogie. Aber der Verzicht auf ein theoretisch ausgefeiltes Konzept ist bei mir mehr eine Form des Widerstands gegen den Wissenskapitalismus. Der genau damit arbeitet. Eine Form des Widerstands gegen die Art und Weise, in der in unserer digitalen Welt Macht durch die Beherrschung des Wissens ausgeübt wird.
Was meinen Sie damit?
[Weiterlesen bei http://www.taz.de/Chefin-der-Documenta-13]

Über die politische Intention der Erdbeere

Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
31.05.2012, 15:09
Interview: Kia Vahland

Sie vertritt eine nachhumanistische Weltsicht und fordert das Wahlrecht für Bienen und Erdbeeren. Schließlich ist Carolyn Christov-Bakargiev davon überzeugt, dass sich in einer wahren Demokratie alle äußern dürfen. Ein Gespräch mit der künstlerischen Leiterin der Documenta.

Es sind nur noch wenige Tage bis zur Documenta, die nächste Woche eröffnet. Carolyn Christov-Bakargiev, die künstlerische Leiterin, hat alle Hände voll zu tun. Die frühere Chefin des Museums Castello Tivoli in Turin verspätet sich um vier Stunden, erledigt noch schnell ein lautes Telefonat, schließt die Tür ihres Kasseler Büros und bietet Goji-Beeren an. [weiterlesen bei http://www.sueddeutsche.de/kultur/]

News zur dOCUMENTA(13)

Bei den Magazinen monopol und Art dreht sich alles Rund um die dOCUMENTA(13), denn die Spannung steigt bis zum 9. Juni, wenn in Kassel Tausende Besucher 100 Tage lang eine der größten Kunstausstellungen besuchen: Neuigkeiten und Interviews, Werke und Künstler, eine Vorschau…



Und die Geschichte der Documenta in 300min auf 3Sat am 2.6. um 22.45, sowie am 8.6. Special live aus Kassel um 19.20.

Restplätze Exkursion dOCUMENTA(13)

Kurzfristig haben wir noch ein paar wenige freie Plätze für die Exkursion zur dOCUMENTA(13) nach Kassel vom 22.06. bis 24.06.2012 zu vergeben. Interessenten melden sich bitte SOFORT bei: t.meyer@uni-koeln.de

Wie schon gesagt: Es sei allen Studierenden allerwärmstens empfohlen, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen. Die Documenta findet im 5-Jahresturnus statt. Für die meisten Studierenden der Kunstpädagogik heißt das, dass sie nur ein einziges Mal im Rahmen des Studiums Gelegenheit zum Besuch der Documenta haben. Diese Chance bitte unbedingt wahrnehmen!!

Kosten: 65 € (2 Unterkunft inkl Frühstück, 1 Führung, Eintritt für 3 Tage; exkl Fahrtkosten s.u.)
(Dankenswerter Weise unterstützt vom Dekanat der Humanwissenschaftlichen Fakultät sowie dem Arbeitsbereich Kunst und Ihre Didaktik)

Weitere Info: http://mbr.uni-koeln.de/working/seminare/d13/

Die documenta – Lebenslauf

06.05.2002 · Die Geschichte der documenta beginnt 1955 als Wiedereinstieg in die Kunst der Moderne. FAZ.NET stellt Geschichte und Hintergründe dieser wichtigen Veranstaltung in drei Teilen vor.
Von SABINE B. VOGEL

Alle fünf Jahre pilgern Scharen von Menschen nach Kassel. Kassel? Ehemalige Hauptstadt des Königreichs Westfalen, nordhessische Metropole, beim Bombenangriff 1943 weitgehend zerstört, anschließend Zonenrandgebiet und architektonisch im 60er Jahre-Stil verschandelt. Was zieht die Menschen dorthin? Nur eines: die „documenta“ – eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die Ausstellung zeitgenössischer Kunst schlechthin.

(weiterlesen bei FAZ.NET)