Kategorie-Archiv: 2018 WINTER

Future Memories: Über Zukunftsentwürfe in der Kunst(pädagogik)

WS 18/19 I 14:00-15:30 Uhr

Source: Hito Steyerl: Liquidity Inc.(still), 2014. Video (color, sound; 30:00 minutes), wood, plastic and lounge seating

Aktuell vorzubereiten
1 Bitte bereiten Sie den folgenden Text vor: A. Dunne, F. Ruby (2013): Speculative Everything. Design, Fiction And Social Dreaming. MIT Press, S.33-45.
2 Sammeln Sie Beispiele für Texte, Kunstwerke, Videos, Zitate, Links etc. zum Seminarthema im Pad.

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Kontakt/Sprechstunden
Eva Klein (Tutorin): eklein11@uni-koeln.de
Kristin Klein: nach Vereinbarung | R. 2.211 | mit Anmeldung unter kristin.klein@uni-koeln.de
Prof. Dr. Torsten Meyer: t.meyer@uni-koeln.dem | Di 11:30 – 12:30 Uhr | R. 2.208 | mit Anmeldung unter http://medialogy.de/kontakt

Inhalt
I want the readers to find an ‘elsewhere’ from which to envision a different and less hostile order of relationships among people, animals, technologies, and land […] I also want to set new terms for the traffic between what we have come to know historically as nature and culture.” – Donna Haraway

Von einem imaginierten Punkt in der Zukunft soll in diesem Seminar auf die zukünftige Vergangenheit ­– unsere jetzige Gegenwart ­– geschaut werden. Von hier lassen wir den Blick schweifen: Wie sieht das zukünftige Präsens aus? Was hätten wir heute tun können, um dieses Morgen zu erreichen? Welche Potentiale bieten alternative Zukunftsentwürfe aus Kunst und Philosophie? Welche Ideen vermitteln (queere) Futurismen, Science-Fiction, Designtheorien, Start-Ups und Maker-Szene? Welche Geschichte(n) erzählen Metadaten? Wie träumen wir gemeinsam mit Maschinen?

Im Seminar werden wir uns mit verschiedenen künstlerischen Arbeiten (von Cécile B. Evans, Kitty A.I., Christopher Kulendran Thomas u.a.m.) befassen und untersuchen, welche Zukünfte sie durch welche Mittel entwerfen, welche Kategorien und Konventionen diese in Frage stellen und welche Perspektiven sie eröffnen. Was sind die neuen Futurismen unserer Gegenwart und wie können wir diese durch kunstpädagogische Fragestellungen erweitern?

Die Teilnehmer*innen lernen im Seminar Arbeiten und theoretische Texte zum Thema kennen und entwickeln im Kontext des Seminars konkrete Unterrichtsideen, Übungen oder Projekte zu diesen Arbeiten in Form von Arbeitsblättern und Handreichungen, die sich formal an Beiträgen des kürzlich veröffentlichten Workbook Arts Education orientieren: myow.org.

Seminarverlauf 

Termin Seminarablauf Vor-/Nachbereitung
17.10.2018 Seminarablauf, Seminaranforderungen, Organisatorisches | Thematischer Einstieg: Was hat Schule mit Science-Fiction zu tun? Kitty AI – Ein Gedankenexperiment
24.10.2018 Gruppenarbeit zu Zukunftsbegriffen und aktuellen Futurismen

Gruppe 1: Kunst. 50 Schluesselideen_Futurismus
Gruppe 2: armen-avanessian-der-zeitkomplex-postcontemporary_A. Williams u. N Srnicek
Gruppe 3:  revue_hildebrandt + L. Krauß, Was wenn…? Spekulieren in der künstlerischen Bidung.
Gruppe 4:  Monir Al Qadiri, Okto-Politil_Ethnofuturismen
Gruppe 5: C. Werthschulte, Space is the place-Kursorischer Trip durch den Afrofuturismus

A. Avanessian, S. Malik (2016): Der Zeitkomplex. Online: bb9.berlinbiennale.de/de/der-zeitkomplex
31.10.2018 Präsentation und Diskussion der Gruppenarbeit Bitte bereiten Sie eine kurze Präsentation zur Gruppenarbeit vor (ca. 5 min), in der Sie wesentliche Punkte und Fragen zusammenfassend erläutern.
07.11.2018 Verschoben auf 16 Uhr: Vortrag Torsten Meyer im Rahmen der Ringvorlesung Kunstpädagogische Positionen
14.11.2018 1 PROTOTYPING: Spekulatives Design A. Dunne, F. Ruby (2013): Speculative Everything. Design, Fiction And Social Dreaming. MIT Press, S.33-45.
21.11.2018 2 IMAGENING: alternative Lebensentwürfe in der Kunst am Beispiel von New Eelam J. Ugelvig (2017): The Speculative Artwork Proposing Alternative Ways of Living. Online: sleek-mag.com/article/sleek-52-new-eelam/ Recherchieren Sie zu „New Eelam“.
28.11.2018 OPEN SPACE Austausch über Ideen und Vorbereitung auf die Gruppenpräsentationen Sammeln Sie Beispiele für Texte, Kunstwerke, Videos, Zitate, Links etc. zum Seminarthema im Pad
05.12.2018 Präsentation Gruppe
(T. Loos, M. Buhl, T. Mai, J. Schneider, V. Kahlert)
+ 2
(S. Huber, P. Tönnesmann, C. Jakob, L. Saha Choudhury)
 12.12.2018 3 FORTUNE TELLING: Die Kunst des Orakelns
 19.12.2018 Präsentation Gruppe 3
(S. Freining, A. Schmitt, J. Offermann, C. Damm, E. Neumann)
+ Zwischenfeedback
26.12.2018 Feiertag
09.01.2019 Präsentation Gruppe
4
( L. Schuster, B. Celik, M. Tencha, Z. Haupts, K. Postinett)
+ 5
(P. Mrozewski, S. Woehe, M.-C. Bienfuss, M. Proest)
16.01.2019 4 CHANGING PERSPECTIVES: Das Junge Institut für Zukunftsforschung E. Plischke: Alternatives now. Über (Un-)Möglichkeiten der Erfindung alternativer Zukünfte. In: R. V. Burri, K. Evert (Hg. u. a.) Versammlung und Teilhabe. Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste. Bielefeld: Transcript 2014, S. 253-280
23.01.2019 tba
30.01.2019 5 SCHOOLS OF TOMORROW
Zusammenfassung und Ausblick

Literatur (Auswahl)

  • Avanessian, Armen & Suhail, Malik (Hg.): Der Zeitkomplex. Postcontemporary. Berlin: Merve Verlag 2016. http://bb9.berlinbiennale.de/de/der-zeitkomplex/
  • Avanessian, Armen & Moalemi, Mahan (Hg.): Ethno-Futurismen. Leipzig: Merve Verlag 2018.
  • Berardi, Franco Bifo: After the Future. Edinburgh, Oakland, Baltimore: AK Press 2011.
  • Braidotti, Rosi & Hlavajova, Maria: Posthuman Glossary. London/New York: Bloomsbury 2018.
  • Cox, Geoff; Haq, Nav & Tom Trevor (Hg.): Possible, Probable and Preferable Futures, Concept Store #2. Bristo: Arnolfini 2009.
  • Dunne, Anthony & Raby, Fiona: Speculative Everything. Design, Fiction and Social Dreaming. Massachusetts: Institute of Technology 2013.
  • Fehrmann, Silvia: Schools of Tomorrow. Bibliothek 100 Jahre Gegenwart. Berlin: Matthes & Seitz 2019.
  • Fisher, Mark: Gespenster meines Lebens. Depression, Hauntology und die verlorene Zukunft. Berlin: Edition Tiamat 2015 (orig. London 2014).
  • Fukuyama, Francis: Das Ende der Geschichte. Wo stehen wir?. München: Kindler Verlag 1992. https://epdf.tips/das-ende-der-geschichte.html 
  • Haraway, Donna J.: Staying with the Trouble. Making Kin in the Chthulucene. London: Duke University Press 2016.
  • Jameson, Fredrik: Archaeologies of the Future. The Desire Called Utopia and Other Science Fictions. London/ New York: Verso 2005.
  • Klein, Kristin & Schütze, Konstanze: Rethinking Risiko. Bildung als fortschreitende Selbstüberwindung. In: Torsten Meyer, Gila Kolb (Hg.): What´s Next? Art Education. Ein Reader. München: Kopaed 2015, S. 163-165.
  • Krauß, Lennart: Was wenn…? Spekulieren in der künstlerischen Bildung. In: Torsten Meyer, Gila Kolb (Hg.): What´s next? Art Education. Ein Reader. München: Kopaed 2015, S. 168-170.
  • Meyer, Torsten: Next Art Education. Erste Befunde. In: Johannes M. Hedinger, Torsten Meyer (Hg.): What´s Next? Kunst nach der Krise. Ein Reader. Berlin: Kadmos 2013.
  • Meyer, Torsten & Kolb, Gila (Hg.): What’s Next? Art Education. Ein Reader. München: Kopaed 2015.
  • Negri, Antonio: Reflections on the “Manifesto for an Accelerationist Politics”. In: https://www.e-flux.com/journal/53/59877/reflections-on-the-manifesto-for-an-accelerationist-politics
  • Nesbit, Molly; Obrist, Hans Ulrich & Tiravanija, Rirkrit: Utopia Station. In: http://projects.e-flux.com/utopia/about.html
  • Plischke, Eva: Alternatives now. Ü̈ber die (Un-)Möglichkeiten der Erfindung alternativer Zukünfte. In: Regula Valérie Burri, Kerstin Evert, Sibylle Peters, Esther Pilkington & Gesa Ziemer (Hg.): Versammlung und Teilhabe. Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste. Bielefeld: Transcript Verlag 2014, S. 253-280.
  • Williams, Alex & Srnicek, Nick: #ACCELERATE MANIFESTO for an Accelerationist Politics. In: http://criticallegalthinking.com/2013/05/14/accelerate-manifesto-for-an-accelerationist-politics/
  • Witzgall, Suanne & Stakemeier, Kerstin (Hg.): Die Gegenwart der Zukunft. Diaphanes 2016.

 

Einführung in die Kunstpädagogik (WiSe18/19)

Prof. Dr. Torsten Meyer

Wintersemester 18/10

14676.0014 Einführung in die Kunstpädagogik
Sem. 2 SWS, 25 T
Di. 10:00-11:30, R 2.212
BA: Modul 4a, b, c, d

Tutorium: Jeanne van Eeden

Inhalt
Die Veranstaltung gibt einen Einblick in die historischen Entwicklungen und aktuellen Positionen der Kunstpädagogik und thematisiert Brennpunkte der gegenwärtigen Fachdiskussion. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Zusammenhänge von Kunst, Darstellungstechnologien und Bildung gedacht wurden, werden und gedacht werden könnten.
Für den Erwerb von 3 Creditpoints ist aktive, forschende Mitarbeit am Seminar erforderlich.
Die parallele Teilnahme an der Veranstaltung zur Portfolio-Arbeit im Modul 4 ist für die Vorbereitung auf die Modulabschlussprüfung dringend empfohlen.

Ablaufplan
(mehr oder weniger) Chronologischer Durchgang durch die Geschichte der Kunstpädagogik, beginnend bei Platon, endend bei aktuellen Positionen:

16.10. Einführung: Timing, Setting, Arbeitsgruppen, Erster Einstieg
23.10. Mediologischer Überblick Kulturgeschichte II
30.10. Das Angebot der Kunstpädagogik
Vorstellung Fachzeitschriften, Publikationsreihen etc., wiss. Arbeiten in der Kunstpädagogik
6.11. AG0 Erkenntnistheorie (Annacker, Curkovic) / Kinderzeichnung (Saha Choudhury,
Lentzen)
13.11. Real-Symbolisch-Imaginär (Meyer) / AG1 Antike bis Aufklärung (Ludwig, van Wezenbeek)
20.11. AG2 Romantik, Klass Moderne + NS (Boutemy, Stapper)
27.11. AG3 Reeducation, 68ff (Bart, Clemens)
4.12. AG4 Reenactment 80er/90er (inkl. Kämpf-Jansen Ästh. Forschung)
(Bienfuss, Meyer, Lux, Rummeny)
11.12. AG5 Beurteilen und Bewerten (Radlinska, Schmitz)
18.12. AG6 Inklusion (Brockmann, Gemein, Hoffmeister)
8.1. AG7 Aktuelle Themen der Kunstpädagogik (Tuncer, Yong)
15.1. AG8 Reenactment Aktuelle Positionen (Giske, Remy, Schöner, Weich)
22.1. Next Art Education
29.1. Abschluss, Resümee, Ausblick

(Studentische Beiträge werden mindestens 14 Tage vor dem Termin in der Sprechstunde vorbesprochen)

Abgabe der schriftlichen Ausarbeitungen für das gemeinsame Buch:14 Tage nach dem mündlichen Beitrag.

Studentische Mitarbeit
Für den Erwerb eines Teilnahmenachweises (TN bzw. 3 CPs) ist aktive, forschende Mitarbeit am Seminar erforderlich.

  • Ca. 2-3 Personen (je nach Gesamtgröße des Seminars) bilden eine Forschergruppe, die selbstständig eine Sitzung des Seminars gestaltet. Die Vortrags- und Präsentationszeit darf dabei 45 Min. auf keinen Fall überschreiten.
  • Für die Reenactments der Podiumsdiskussionen arbeiten 3-6 Personen (im engen Austausch mit den 2 jeweils vorgehenden Gruppen) eng zusammen und inszenieren mit verteilten Rollen eine Podiumsdiskussion zwischen historischen/aktuellen Fachvertretern. Jede/r Fachvertreter/in hält ein kurzes (authentisches) Eingangsstatement und nimmt dann an der Diskussion teil, die ein/e Moderator/in strukturiert.
  • Auf Basis der vorgeschlagenen (und ergänzend selbst gefundener) Literatur erforscht die Gruppe selbständig jeweils eine Epoche entlang folgender Leitfragen:
    1. Was wurde in jener Zeit unter „Kunst“ verstanden? Welchen Status hatte Kunst? (Beispiele aus der Kunst-/Kultur-/Mediengeschichte)
    2. Welches Bild hatte man von einem Künstler? (war er/sie eher Handwerker, Forscher, Genie, …) Welches Bild hatte man vom „Menschen“?
    3. Wie war das Verhältnis von „freier“ Kunst zur Gestaltungstechnik/Design, visueller Informations- und Kommunikationstechnologie?
    4. Was lässt sich über die Zusammenhänge von Medientechnologien, Selbstbild des Menschen, Kultur und Politik sagen?
    5. Wie war das Bildungssystem strukturiert? (Wer ging zur Schule? Gab es „Schule“?)
    6. Wie funktionierte Unterricht, wie Schule? An wen richteten sich die Bildungsangebote?
    7. Was waren die maßgeblichen Theorien (und Theoretiker) in Kunst, Pädagogik und Kunst-Pädagogik? Was erkennen Sie ggf aus Ihrem selbst erlebten Kunstunterricht wieder?
    8. Warum wurde die Beschäftigung mit Kunst/Bild/Visueller Kommunikation als bildend angesehen?
      (Die wichtigen Fragen sind hier die nach den Zusammenhängen von Kunst und Pädagogik!)
  • Jede Gruppe komponiert gemeinsam einen Beitrag zu einem Buch, das tatsächlich am Ende des Semesters gedruckt wird. Dabei soll jede Gruppe einen Beitrag in Form eines Textes leisten (ca. 12.000 Zeichen). Manuskripthinweise
  • Jeder Seminarteilnehmer erhält ein Exemplar des Buchs. Wenn es (von allen Beteiligten) gut gemacht ist, kann es als ständiger Begleiter des Studiums fungieren und bei späteren Prüfungen ganz wesentliche Dienste leisten.

Literatur

Wissenschaftliches Arbeiten

(Passwörter werden in der Veranstaltung verraten)