Kategorie-Archiv: Projektseminar Curatorial Turn

TECHNOSPHERE NOW!

Photo: Andreas Meichsner via hkw.de

Ein Forschungsprojekt mit Ausstellungen und Symposien des Haus der Kulturen der Welt in Berlin:

Much of the twentieth-century celebrated technology as a way to fulfill dreams of global unity and human control. But somehow these dreams morphed into a disorienting composition of technics, nature, human and non-human actors. In our current age of climate change, bioengineering, and communications at the speed of light, technology increasingly takes it place amidst the earthly and biological forces formerly known as nature. How did we end up in this world of technological vertigo? What kind of agency and outlook is equal to its challenges? The dilemma of global technology and its identity will be the main theme of THE TECHNOSPHERE, NOW, a multiday showcase investigating origins and future itineraries of this technical world.

Scientists coined the term technosphere to describe the mobilization and hybridization of energy, material, and environments into a planetary system. But where is that ominous technosphere to be found? How does it impact the everyday passions and experiences of humans, animals, a nation, or an ecosphere? These and other questions will be addressed in lectures, dialogues, and performances investigating the hybrid networks of the technosphere, today. This event kicks off a larger series of international events, seminars, and conferences that will take place at HKW over the next four years.

Research: DEEPEST UNDEERGROUND ART EXHIBITION

Pakui Hardware, LOST HERITAGE, 2015 (photographed on the DEAP 3600 detector) via artviewer.org

„DEEP SKIN, the deepest underground art exhibition in history, took place at the Sudbury Neutrino Observa- tory (SNOlab), a particle physics research laboratory situated 2100 meters underground in Northern Ontario, Canada. The lab’s extreme underground location in the Creighton Nickel Mine (the world’s second deepest mine outside of South Africa) is situated so as to shield sensitive experiments from cosmic rays and background radiation, essential for studying subatomic particles such as neutrinos. Overall, the facility has a muon fux of less than 0.27 μ/m² per day.“

Artists: Pakui Hardware, Dorota Gaweda + Egle Kulbokaite, Paul Barsch,  Blunt + Skensved, Agatha Valkyrie Ice (Clémence de La Tour du Pin, Dorota Gaweda + Eglė Kulbokaitė), Bitsy Knox + Christian Tonner, Martin Kohout, Visualize→Actualize,  Antoine Renard, and TROI OI (Nhu Duong + Sung Tieu)

Exhibition title: DEEP SKIN, Curated by: Grégoire Blunt and Emmy Skensved, Venue: Sudbury Neutrino Observatory (SNOlab), Sudbury, Canada, http://deepsk.in/, Date: August 14, 2015 – August 14, 2016

weiter bei artviewer.org

Research: Industrial (R)Evolution

Has the importance of the Industrial Revolution been overstated? In a word, yes. But that’s not because industrialization wasn’t a transformative force in world history. Rather, it’s because industrialization is better thought of as an evolution rather than a revolution. Unlike the political revolutions that accompanied the Industrial Revolution temporally—namely the American, Haitian, and French—industrialization didn’t take place as a discrete set of events linked in time and space, nor was it an intentional process.  The development of efficient steam and coal power, machine-assisted labor, mass consumer markets, and other traditional hallmarks of the Industrial Revolution was indeed a significant break with the past. But this fact often leads us to forget how much the technological and societal changes that took place in Western Europe in the late eighteenth and early nineteenth centuries were mirrored in other times and places. …

weiter bei AEON und „Has the importance of the Industrial Revolution been overstated?“

Ausstellung Post-/Trans-/Superhuman: Konzepte + Beiträge

Vivien Grabowski – Radikand:
Skizze_Radikand_Teil1_VivienGrabowskiBeginnen wir beim Titel der Installation. Er verweist auf dreierlei. Und er macht dabei eine Differenz zwischen gesprochener Sprache und Schrift auf [1]: Hier kreuzen sich mathematischer, biologischer und philosophischer Diskurs:
Für den Mathematiker ist ein „Radikand“ die Zahl, aus der die Wurzel gezogen werden soll. Also das Ding, dessen Ursprung man sucht. Das, was reduziert werden kann. Und erst die Operation des Wurzelziehens macht eine Zahl zum Radikand.
Philosophischer und biologischer Diskurs sind hier kaum zu trennen. Der französische Philosoph Nicolas Bourriaud ‚entlehnt´ den Radikant aus der Botanik und pflanzt ihn als Figur in den Denkraum der europäischen Philosophie ein. Wie nur können wir den einzelnen Menschen denken? Als Baum? Nein, wie vorsinnflutlich! Als Rhizom? Nein, nicht radikal genug! Als Radikant? Ja!
Einige Sekunden genügen, um Google das Geheimnis zu entlocken, dass Radikante in der Biologie zwar existieren, aber als Begriff keine große Relevanz zu haben scheint. Man spricht eher von „Kormophyten“. Pflanzen wie die Erdbeere oder der Efeu. Und auf einmal wird das ‚natürliche‘ Wort zum ‚Kunstwort‘, zum Kunstgriff.
Aus diesen Vorüberlegungen heraus wird eine Pflanzen-Installation entstehen, die ähnlich wie die Semantik des Titels aus mehreren Teilen besteht und dabei Innen- und Außenraum berührt.
Der Radikand zeigt sich im Ganzen geformt, isoliert und in sich stabil. Analog zum In-Szene-Setzen der philosophischen Idee seitens Bourriaud wird hier die künstlich geformte Pflanze in das Licht der Kunstwelt gestellt. Das im Pflanzentopf steckende Schild, welches Auskunft über die Gattung und Anleitung zur Pflege bietet, markiert ebenso ironisch die Distanz (oder Nähe) zwischen alltagskulturellem, philosophischem und künstlerischem Diskurs. Das D am Wortende könnte hier auch ein Schreibfehler sein.
[1] analog zu Jacques Derridas différance.

Laura Müller:

Abbildung 1: Still aus Cécile B. Evans Hyperlinks or It Didn't Happen (2014),  HD Video (courtesy the artist)

Abbildung 1: Still aus Cécile B. Evans Hyperlinks or It Didn’t Happen (2014), HD Video (courtesy the artist)

Statistiken zufolge sind fast 30 Millionen Menschen alleine in Deutschland aktive Nutzer des sozialen Netzwerkes Facebook. Die Anzahl unserer digitalen Existenzen steigt noch weiter, wenn man soziale Netzwerke wie google+, Instagram, twitter und weitere hinzufügt. Doch was passiert eigentlich mit unseren Accounts, wenn wir nicht mehr leben? Bisher können Verstorbene noch keine Fotos auf Facebook teilen. Doch ist es nicht paradox, dass wir Backups unserer Computer und Smartphones anfertigen, nicht aber von unseren Ideen, Gefühlen, von unserem Gehirn? Nach dem Tod des Schauspielers Phillip Seymour Hoffman, im Jahr 2014, kam die Diskussion auf, ihn in seiner laufenden Serie durch einen Avatar ersetzen zu lassen. Die Künstlerin Cécile B. Evans greift diese Idee in ihrem Video Hyperlink or it Didn’t Happen auf und lässt den verstorbenen Schauspieler als computeranimierten Avatar vor einer Bilderflut aus Netzfundstücken zum Leben erwecken. Der Künstler Ed Atkins hat sich bereits zu Lebzeiten eine digitale Existenz als Avatar erschaffen, wie in seinen Arbeiten Warm, Warm und Ribbons zu sehen ist. Ist es möglich, durch die Einspeisung unserer Daten unsere körperliche Existenz zu überwinden und uns eine digitale Existenz für die Ewigkeit vorzubereiten?

Abb. 2: Skizze Ausstellungsansicht

Abb. 2: Skizze Ausstellungsansicht

In der künstlerischen Arbeit zu dieser Fragestellung werden einzelne Fotografien aus einer privaten Diasammlung, die in diesem Jahr für 60 Euro auf ebay erworben wurde, präsentiert. Einzelne Fotos dieser Sammlung, die ursprünglich für den privaten Gebrauch gedacht war, wurden digitalisiert, vergrößert und in das digitale Archiv Instagram überführt, wo sie durch Kommentare und likes eine neue Wertigkeit und einen neuen Kontext erhalten. In der Ausstellung sollen einzelne dieser Fotografien mitsamt den Reaktionen in Form von lebensgroßen Plakaten/ Transparenten präsentiert werden. Die Fotografien sollen dabei für sich im Großformat auf der Vorderseite zu sehen sein, während die Kommentare von Instagram auf der Rückseite aufgelistet werden.

Jakob Sponholz:
Während meiner Auseinandersetzung mit der Thematik Superhuman/Transhuman setze ich mich aktuell mit der Entwicklung der Mobilität von Menschen mit Körperbehinderung auseinander.
Besonders interessiert mich die Entwicklung des Rollstuhls über den elektronischen Rollstuhl hin zur nächsten Stufe, die ich in meiner Arbeit näher beschreiben möchte.
Zu Beginn meiner Auseinandersetzung stand ich vor folgender Frage: Möchte ich Hinweise auf die zukünftigen Erfindungen mit Fundstücken aus den Medien darstellen oder möchte ich meine eigene Variante erarbeiten und künstlerisch umsetzen?
Ich habe mich dazu entschlossen, ein Statement zu setzen für das, was möglich ist.
Für das, was vielleicht kommen wird.
Für das, was ein echter Fortschritt sein könnte.
Für den Fortschritt im klassischen Sinne.

Svenja Wendt :
Durch die Möglichkeiten, die uns heutzutage, durch das Internet und die digitale Bearbeitung gegeben sind, fällt es nicht mehr schwer sich ein zweites Dasein im digitalen Netzwerk aufzubauen. Das reale Selbst spielt dabei keine Rolle mehr und kann vollkommen abgelegt werden. Der Bezug der Realität wird vergessen und jegliche Makel verschwinden. Das einzelne Individuum wird zu einem Wesen, dessen Geschlecht frei gewählt werden kann und die Grenzen des körperlichen Seins, können ohne Probleme beiseitegeschoben werden. Der Mensch entspricht hier, den persönlichen Vorstellungen von Schönheit und Unnahbarkeit. Somit ist der erste Schritt zum Menschen der Zukunft bereits gewagt. Zu mindestens können wir uns dies schon heute, durch das virtuelle Sein vor Augen führen. Das die Grenzen zwischen der Realität und dem perfekten Idealbild verschwimmen, kommt gerade in diesem Umfeld besonders gut zum Vorschein. Denn nicht nur äußerlich, kann das digitale Selbst überzeugen, sondern auch seine Fähigkeiten sind frei wählbar und bieten viele Möglichkeiten zur Entfaltung. Spiele wie „die Sims“ oder „Second Life“ sind gute Beispiele für diese Entwicklung. Um die Thematik und Problematik, der momentanen Situation sichtbar zu machen, ist es mein Ziel auf zu zeigen, in wie weit unsere Sicht auf die Realität und das digitale Sein bereits verschwommen ist. Daher mache ich eine Fotoreihe, von „Schnappschüssen“ aus einem dieser Spiele. Bei den Fotos allerdings, handelt es sich nicht um simple Screenshots, sondern um Aufnahmen aus einer Sofortbildkamera. Diese Methode erlaubt es mir, Motive zu „schießen“, welche nicht inszeniert und planbar sind, denn was letztlich auf den Bildern zu sehen ist, ist schwer von Realität und Spiel zu unterscheiden. Gerade „die Sims“ bieten durch ihren Aufbau, eine gute Vorlage zum Arbeiten. So habe ich hier die Möglichkeit, Charaktere frei nach meinem Willen zu gestalten und leben zu lassen. Schon allein deswegen gehört dieses Spiel auch zu den beliebtesten Simulatoren weltweit. Und dies ist auch das Stichwort: Simulation. Denn nichts was in diesen Spielen zu sehen ist, entspricht der Realität und doch müssen wir schon jetzt lernen diese zu unterscheiden.

Aspekte Post-/Trans-/Superhuman

Katrin Bertisch:

TissueArtProject

Tissue Art Project http://tcaproject.org/vl/

Was für eine Zeit ist das, in der wir leben?
Die Digitalisierung sämtlicher Bereiche unserer Lebensumwelt hat jüngst und doch längst stattgefunden. Die Fortschritte in Forschung und Wissenschaft zur Optimierung des Menschen und zum Wohl der Menschheit sind stetig und rasant. Das Streben nach Besserem, Höherem ist unser Antrieb. Doch was bedeutet das? Was passiert mit dem Menschen, was mit der uns umgebenden Welt auf diesem Weg des Optimierens?
What do we wish to become? fragt Zukunftsforscher und Performance-Philosoph Jason Silva.
Der perfekte Mensch, mit Hilfe der Technik erweitert, mit künstlicher Intelligenz ausgestattet – unfehlbar, nicht alternd, unsterblich? Unantastbar und damit glücklich?
We are the chief agents of evolution, we define, what it is to be a homo sapiens, so Silva. Nur logisch, den Prozess von Natur zu Kultur weiterzuführen. Der Mensch, bereits medial optimiert, seit er Stift und Papier in die Hand nahm, um sein Gedächtnis medial zu erweitern, trägt heute das Wissen der Menschheit via Internet im Smartphone mit sich und schnürt es mit der iWatch noch enger an seinen Körper. Auf biologischer Ebene: Nicht mehr natürliche sondern künstliche Auslese und im nächsten Schritt genetisch optimierte Retortenbabys. Und unsere Unzulänglichkeiten können wir bereits ausblenden, indem wir unsere Existenz auf eine virtuelle Ebene überführen, wo wir die bestmögliche Version unserer selbst kuratieren.
To be human is to be transhuman, so Silva. Doch ist das noch der „normale“ evolutive Prozess, der durch die Digitale Technik nur exponentiellen Auftrieb erfährt? Was gewinnt der Mensch auf dem Weg vom Menschen zum Übermenschen, was geht verloren?
Ist der technisch erweiterte, perfektionierte Mensch, der Cyborg, die Vorstufe der entmenschlichten perfekten Maschine? Oder entspringen diese Überlegungen einem Denken, das dem Fortschrittsglauben der Moderne nachhängt, wo wir, postmodern geschult, doch den Abschied von solchen Utopien der Menschheit bereits unternommen haben?
Welchen Platz hat der Mensch in einem posthumanen Denken überhaupt noch? Sind für uns soziale und ethische Fragen, die dem humanisEschen Gedankengut entspringen, weniger von Belang oder sogar trivial?
Die aktuelle Auseinandersetzung vieler Künstler mit diesen Themen spricht dagegen, allerdings geschieht sie zumeist nüchtern und nicht wertend. Was sagt dies also über uns und unsere Zeit? Vielleicht ist es mehr denn je eine Zeit der Übergänge und Grenzauflösungen, oder zumindest eine Zeit, die sich mit ihnen beschäAigen muss. In künstlerischer Auseinandersetzung auch in dieser Ausstellung.

Vivien Grabowski: Dieser Moment, wenn der Humanismus flöten geht

Pro Helvetia

Bildquelle: Pro Helvetia

Den schweren Schlag, den die Technik dem Menschen versetzte, scheinen wir gut verkraftet zu haben. Neben den Menschen hat sich der Automat gesellt. Und dass der Automat heute das tut, was der Mensch früher tat, hat unser Selbstbewusstsein nicht besonders angekratzt. Schließlich hatten wir den Trumpf des Bewusstseins in der Tasche und den Humanismus auf unserer Seite.
Genau diesen Humanismus trifft ein neuer Schlag. Und der Schlag kommt aus Italien, findet jedoch am Bonner Philosophischen Seminar ein neues Epizentrum. Postuliert wird ein neues „starkes Denken“ und zwar gegen den Flohzirkus der Zeichen à la Postmoderne. Plötzlich kann die Welt wieder aus objektiven Realitäten zusammengesetzt sein. Die Wahrheit gilt wieder als Kategorie. Der Mensch ist nicht mehr alleiniger Sinnstifter.
Hat das Digitale mit seinem Hyper-Status jetzt ein Problem? Wie soll anti-anthropozentrische Kunst aussehen? Kulturelles Gedächtnis delete? Oder alles nur ein alter Hut?

Die Zeit_Nr. 15 2014: Thomas E. Schmidt: Die Wirklichkeit ist anders!
Die Zeit_Nr. 28 2014: Martin Seel: Eine Nachhut möchte Vorhut sein
http://oliverlaric.com/
http://www.necronauts.org/
http://frieze-magazin.de/archiv/features/pamela-rosenkranz/

Lisa James: Wo scheitern Posthumans/Superhumans 2.0?

Der Mensch ist längst nicht mehr nur Human, sondern Posthuman und Superhuman; ein Cyborg. Es liegt in der Natur des Menschen sich weiterzuentwickeln. Technische Entwicklungen sind vorbestimmt. Werkzeuge und Technische Entwicklungen sind eine Erweiterung des menschlichen Körpers. Doch warum hat der Post/Superhuman so viele Ängste? Angst vor Veränderungen, Angst vor Terrorismus, Angst vor Sterblichkeit und Vergänglichkeit? Er hat Angst davor, die Kontrolle zu verlieren. Er verliert die Kontrolle über sich selbst, über Fotos, Daten, persönliche Informationen.
Die Künstlerin Heather Dewey-Hagborg wirft mit ihrer Arbeit „Stranger Visions“ die Frage auf, inwieweit unsere eigene DNA in Zukunft gegen uns verwendet wird. Sie sammelt DNA in öffentlichen Orten, analysiert sie und erschafft mit Hilfe eines 3D Druckers die Gesichter der Personen, denen die gefundene DNA gehört. Solche Projekte schärfen unsere Wahrnehmung und bringen uns vielleicht dazu, bewusster mit Daten umzugehen. Aber wie weit kann man sich tatsächlich selber schützen? Gibt es noch Möglichkeiten anderen Menschen intime Informationen vorzuenthalten? Und wenn ja, wird es sie in ein paar Jahren auch noch geben?

Zu Heather Dewey-Hagborgs Arbeit „Stranger Visions“: https://vimeo.com/121401212

Melissa Karrasch:

Inwieweit sind wir bereits (freiwillig) inhuman? (Gentechnik, Schönheitschirurgie, Handys, Computer und Autos, Prothesen)
Dazu: https://www.youtube.com/watch?v=LHtKMS1kjlo
http://thefunambulist.net/2011/12/24/fine-arts-metalosis-maligna-the-disease-of-the-future-by-floris-kaayk-on-socks-studio/, „Metalosis Meligna“ artist Floris Kaayk

  • Film „Ex Human“ https://www.youtube.com/watch?v=1Nx9CpqAzIA
  • Wo sind die Grenzen von Posthumanismus, was werden wir niemals über Computer steuern oder programmieren können?
  • Kann die Erde ohne Menschen, aber mit Computern vielleicht sogar besser funktionieren?

Mich interessiert besonders wie in Filmen bereits mit dem Thema der Post-/Transhumanität umgegangen wurde. Bereits 1925 beschäftigte sich Fritz Lang mit der Maschinenfrau in „Metropolis“, die eine beliebte Frau ersetzen sollte um andere zu leiten. Die Idee des Posthumanismus ist schon viel älter, als ich annahm, es würde mich auch interessieren, wie die Anfänge dieser Idee aussahen.
Vielleicht könnte man in einer Ausstellung viele eindrucksvolle Stellen aus den genannten Links/Filmen zusammenschneiden und als Video präsentieren.
Außerdem denke ich, dass es für eine Ausstellung wichtig wäre auch die wissenschaftliche Seite zu beleuchten.

Weitere Filme:
-„Her“
-„Die Insel“
-„Metropolis“

Laura Müller:

Abbildung 1: Still aus Cécile B. Evans Hyperlinks or It Didn't Happen (2014),  HD Video (courtesy the artist)

Abbildung 1: Still aus Cécile B. Evans Hyperlinks or It Didn’t Happen (2014), HD Video (courtesy the artist)

Statistiken zufolge sind fast 30 Millionen Menschen alleine in Deutschland aktive Nutzer des sozialen Netzwerkes Facebook. Die Anzahl unserer digitalen Existenzen steigt noch weiter, wenn man soziale Netzwerke wie google+, Instagram, twitter und weitere hinzufügt. Doch was passiert eigentlich mit unseren Accounts, wenn wir nicht mehr leben? Bisher können Verstorbene noch keine Fotos auf Facebook teilen. Doch ist es nicht paradox, dass wir Backups unserer Computer und Smartphones anfertigen, nicht aber von unseren Ideen, Gefühlen, von unserem Gehirn? Nach dem Tod des Schauspielers Phillip Seymour Hoffman, im Jahr 2014, kam die Diskussion auf, ihn in seiner laufenden Serie durch einen Avatar ersetzen zu lassen. Die Künstlerin Cécile B. Evans greift diese Idee in ihrem Video Hyperlink or it Didn’t Happen auf und lässt den verstorbenen Schauspieler als computeranimierten Avatar vor einer Bilderflut aus Netzfundstücken zum Leben erwecken. Der Künstler Ed Atkins hat sich bereits zu Lebzeiten eine digitale Existenz als Avatar erschaffen, wie in seinen Arbeiten Warm, Warm und Ribbons zu sehen ist. Ist es möglich, durch die Einspeisung unserer Daten unsere körperliche Existenz zu überwinden und uns eine digitale Existenz für die Ewigkeit vorzubereiten? Erste Projekte, die diese Vision angehen, sind beispielsweise LifeNaut ( https://www.lifenaut.com/ ), eine Art soziales Netzwerk, auf dem sich die Benutzer ihre Online-Existenzen für über den Tod hinaus erstellen können. Diese Ansätze werfen interessante Fragen auf, wie wir weiterleben werden, wer wir sein könnten und wie sich unser Verständnis von Menschsein dadurch verändern könnte.

Jakob Sponholz:

Ich möchte gerne die drei Super-Begriffe gerne in einen Kontext mit dem Gedanken, dass wir als Menschen von kleineren Organismen abhängig sind, die zum Beispiel unsere Nahrung aufnahmebereit machen, an den Gedanken knüpfen, dass wir als Menschen auch Teil in einem Netzwerk von Lebewesen sind und auf unsere Natur angepasst sind. Ich möchte mich mit der Fragestellung beschäftigen, ob elementar für die drei Super-Begriffe nicht vielleicht auch das Zusammenarbeiten von Menschen auf der Metaebene spielt und das meine ich nicht nur im technischen Sinne, sondern ob die Menschen vielleicht einen neuen sozialen Sinn in Interaktion und Kommunikation sehen könnten, der bisher verborgen war um uns alle vielleicht Schritt für Schritt an die Eigenschaften eines Transhumans heranzuführen.
Radio Beitrag

Svenja Wendt: Transhuman

Auch der Mensch unserer jetzigen Zeit, verfolgt den Wunsch nach einem Wesen ohne Makel und Schwächen. Eine Möglichkeit dazu, bietet das Internet. Durch die Möglichkeit sich eine zweite Persönlichkeit, unabhängig vom realen Dasein, zu erschaffen verlieren, einige den Bezug zur Realität und vergessen, was einen „Menschen“ in diesem Sinne ausmacht. Interessant ist daran die Frage, welche Grenzen man dabei überschreiten kann und wie ein solches geschlechtsloses Wesen, als zweite Persönlichkeit außerhalb von uns, im Internet existieren kann. Die Arbeiten von Andrea Crespo beschäftigen sich teils, auch mit dieser Frage. Allerdings auch mit dem Fokus, auf das Idealbild der zweiten Person. Als Beispiel nutzt sie hier, die Vorliebe einiger Menschen, für sogenannte „Animefiguren“ und deren abstraktes Format.

Beispiel:
http://bodyanxiety.com/gallery/andrea-crespo/

Supercommunity: ART after the Machines

 

supercommunity.eflux

If we were to begin with the assumption that art has alwaysexisted, and try to explain its givenness, then we would have tocreate a concept of art that fits within the set of existing artworksand their histories. However, if we instead begin by developing aconcept of art as a condition in order to understand whether anew kind of art is possible, then we could very well find out thattoday, much of what is taken to be art simply isn’t. If we are tohang onto anything that might be called or resemble art, ourefforts have to include not only understanding what art is, but alsowhat art does, and even more importantly what it ought to […]

read more about here: http://supercommunity.e-flux.com/topics/art/
über das project: http://supercommunity.e-flux.com/texts/supercommunity/

 

Arbeitsauftrag I / 10.06.2015: What does it mean to be transhuman?

Arbeitsauftrag II / zum 10.06.2015:

Welcher Teilaspekt des POST/INHUMANEN/SUPERHUMAN und welche künstlerische oder kunsttheoretische Auseinandersetzung interessiert sie besonders?
Formulieren Sie eine These oder Fragestellung zu der Sie eine Ausstellung planen wollen würden. Wählen Sie Künstlerbeispiele und künstlerische Arbeiten aus, die Sie in diesem Zusammenhang in einer (momentan noch) fiktiven Ausstellung besonders interessant finden würden. Geben Sie Gründe an.

Präsentieren Sie Ihre Überlegungen kurz und konzise im Seminar.
(Senden Sie bis 08.06.2015 bitte eine erste Skizze per Email an konstanze.schuetze@uni-koeln.de)

Links zu Themen und Ausstellungen finden sie unter dem Eintrag hier.

Text 5: Hoffmann: Ten Fundamental Questions of Curating

Arbeitsauftrag II / zum 10.06.2015:

Text 5: Jens Hoffmann (ed.): Ten Fundamental Questions of Curating. Milan: Mousse Publishing, 2013.
Text 5

1. What is a Curator?
2. What is the Public?
3. What is Art?
4. What About Collecting?
5. What is an Exhibition?
6. Why Mediate Art?
7. What to do with the Contemporary?
8. What about Responsibility?
9. What is the Process?
10. How about Pleasure?

Bitte bearbeiten Sie Ihren Abschnitt verstärkt. Filtern sie wichtige Thesen, Zitate und Fragen aus dem Text und bereiten Sie diese für die anderen Seminarteilnehmer_innen auf.

 

Text 4: Post-Digital. Wo Stehen wir?

Arbeitsauftrag I / zum 20.05.2015:

Text 4: Frenzel, Sebastian: Wo stehen wir? In: Monopol Magazin. Die Neuen, Nr. 08/2014, S. 35-70

Text 4

Fragen:

  1. Der Autor / Wer ist der Autor? Welchem Diskurs lässt er sich zuordnen?
  2. Zum Text und Thema / Was ist eine/r KuratorInnen // Das Kuratieren / Ausstellen / Künstler / Kunst: Welche Thesen werden aufgestellt? Welche anderen Begriffe, Bezüge, Akteure spielen eine Rolle?
  3. Zur Struktur / Welcher Struktur folgt der Text? Welche inhaltlichen Einheiten lassen sich identifizieren? Markieren sie die Abschnitte und finden Sie „Arbeitstitel für die einzelnen Teile“?

Auftrag: 5 – 8 Schlüsselbegriffe/Personen/Artefakte/Veröffentlichungen aus dem Text identifizieren und eine kurze fundierte Definition/Erklärung/Information auf einer Karte (Format, A6) zusammenfassen.

Achtung: Mit diesen Karten wird im Seminar weiter gearbeitet. Bitte klären Sie die Begriffe und nutzen Sie dazu unterschiedliche offline und online Quellen. Geben Sie diese an!

Kurator als Medium

freitag.de // Hans Ulrich Obrist

freitag.de // Hans Ulrich Obrist

Hans Ulrich Obrists neues Buch liefert das zeitgemäße Bild des Ausstellungsmachers – und passt zum Streit um die neue Leitung der Berliner Volksbühne // Sie war noch ein Gerücht, die Wahl eines Kunstkurators zum Intendanten eines bedeutenden hauptstädtischen Theaters, da verkündete ein bekannter Kunstsammler, eine solche Wahl wäre „das Beste, was passieren könnte für Berlin“. Ob sie’s dann auch fürs Theater wäre, war nicht so wichtig. Nur im Hintergrund wurde die Frage gestellt, ob die Gründe für eine derartige Entscheidung, ganz unabhängig von der unbestrittenen Qualifikation des Kurators, vor allem in Motiven des Standortmarketings zu suchen waren.

Gemessen an der Medienaufmerksamkeit, offenbar gelenkt durch gezielte Indiskretionen, gemessen am Aufmerksamkeitswert der Namen, die zwei Jahre vor Beginn der Intendanz schon in Umlauf gebracht wurden, darf man sagen: mission completed. Die Personalie Chris Dercon macht den politischen Einfluss deutlich, den der Kunstkurator mittlerweile erlangt hat: keine Aufgabe zu klein; nichts, was ihm nicht zugetraut wird. Für eine durch Demografie und leere Kassen stark verunsicherte politische Klasse stellt der Kunstkurator eine neue Versicherung dar, dass man auf die Unterstützung meinungsbildender Leute und Medien ebenso zählen kann wie auf ein mit den richtigen Namen bestücktes Telefonbuch. Der Kunstkurator dämpft die Angst vor der Kunst, vor der „Wut eines Einzelnen, der sich ins Halbdunkle einer Höhle zurückgezogen hat“ (der scheidende Intendant im Gespräch). Er verkörpert die Hoffnung, dass es flutscht mit der Kreativwirtschaft. Er ist ein Versprechen auf Ordnung in einer zunehmend unverständlicheren Welt. Je verstörender zeitgenössische Kunst, desto dringlicher das Bedürfnis nach Erklärung und Orientierung durch Diskursmaschinen. // weiter mit lars-henrik-gass bei  freitag.de