Idea & Rausch

Studierende der Kunstpädagogik und der ästhetischen Erziehung erarbeiten im Seminar von Julia Dick ohne Themen und Formvorlage eigenständige Projektideen und stellen diese im Rahmen einer Werkschau aus. Danach kriegen sie die Aufgabe im Rahmen eines Textes anhand von Schlüsselbegriffen zu ihrer Arbeit zu reflektieren, ob und wie und was von ihrer im Projekt eingenommen „künstlerischen Haltung“ übertragbar auf eigene didaktische Fragestellungen ist.

Clara Dorn - Idea Rausch 01 Clara Dorn - Idea Rausch 02

Mit Essen spielt man

Ein Projekt von Clara Dorn

Schon seit längerer Zeit kreiste in meinem Kopf die Idee, einmal meine Familie beim täglichen Zubereiten und anschließendem Verspeisen von Essen zu filmen. In meiner Familie hat Essen oberste Priorität und so wird das Gemüse selbst angebaut, Brot im Holzofen gebacken, Honig von den eigenen Bienen frisch geschleudert und all das wird dann ritualartig zu einem Festmahl kombiniert.

Mich faszinierten die Bilder, die dabei entstehen, doch lange wusste ich nicht, wo ich diese Idee für ein Video unterbringen, bzw. welche künstlerische Arbeit sich daraus entwickeln könnte. Da stieß ich während meines Auslandssemester in Kanada auf den Philosophen John Dewey, dessen Definition von Kunst in der ästhetischen Erfahrung des Schaffens von etwas liegt. Verspürt der Schaffende eine innere Vollkommenheit und führt seine Arbeit mit großem Enthusiasmus aus, so handelt es sich dabei um künstlerisches Tun. Diese Interpretation gab meinen Vorhaben schließlich den entscheidenden Richtungsweiser. Denn laut Dewey ist das, was wir da tagtäglich tun Kunst. Vielleicht deshalb nicht zuletzt Kochkunst genannt.

Es entstanden zwei Videos, die von oben herab einmal die gemeinsame Zubereitung einer Mahlzeit und einmal den Verzehr eben dieser protokollieren. Die Präsentation dieser Videos findet parallel statt: beide Videos werden von oben auf zwei nebeneinander stehenden, mit Tischdecken bezogene Tische projiziert. Der Betrachter kann den Gefilmten quasi über die Schultern gucken und scheint sich unter ihnen zu befinden.

Dadurch, dass in meiner Arbeit die alltägliche Aktivität des Essens in das Licht der Kunst gerückt wird, findet eine Dekontextualisierung statt und diese einfache Aktivität bekommt einen neuen Stellenwert. Durch die Projektion auf weiß bezogene Tische landet das Essen wieder da, wo es hingehört doch der Aggregatzustand hat sich geändert; es ist nicht länger haptisch erfahrbar. Ich konnte Zuschauer dabei beobachten, wie sie mit den Händen versuchten, nach den Gläsern und Speisen auf dem Tisch zu fassen. Durch diese Irritation der Sinneswahrnehmung werden dem/der Betrachter_in (Ess-)Gewohnheiten, vielleicht auch Wünsche und Sehnsüchte vorgeführt und bewusst gemacht.

Kochen und der reflektierte Umgang mit Lebensmitteln spielt in meinem Alltag eine unwahrscheinlich große Rolle und hat für mich allerhöchsten Stellenwert. Dass diese Begeisterung auch in mein künstlerisches Arbeiten einfließt, ist für mich deshalb eine logische Konsequenz. Gleichzeitig stellte ich irgendwann fest, dass dies ein wechselseitiges Phänomen ist. Wenn ich koche verlasse ich mich oft auf meine ästhetische Wahrnehmung und nicht ausschließlich auf ernährungswissenschaftliche Empfehlungen. So überlege ich beispielsweise manchmal, welche Farbe oder Form meinem Gericht noch fehlt und ergänzt werden könnte.

Ich glaube, dass ein persönlicher Bezug oder Sinn Grundstein eines jeden künstlerischen Tuns sein sollte. Eine ernsthafte, tiefgreifende und in meinem Fall ästhetische Auseinandersetzung mit einem Thema kann nur stattfinden, wenn mir das Thema auch am Herzen liegt. Verblüffender Weise stelle ich jedoch fest, dass Kunstunterricht genau dies oft nicht zum Ausgangspunkt nimmt. Schüler_innen sollte es möglich sein, sich mit ihren persönlichen, aktuellen Fragen und Gedanken auseinander setzen zu können. Jede ästhetische Arbeit bedarf eines individuell erfahrbaren Sinns, dieser wird nicht gewährleistet, wenn für alle die gleiche Aufgabenstellung gegeben wird.

Dadurch, dass die Idee meiner Arbeit aus dem Gebiet meiner alltäglichen Praxis kommt, beschäftigt sich meine Arbeit auch mit dem Ästhetischen im Alltäglichen. Einer so alltäglichen Beschäftigung wie dem Kochen und Essen gewinnt man erst einmal nichts Ästhetisches ab. Doch werden Alltagsroutinen erforscht und deren Hintergründe beleuchtet, wird deutlich, dass uns der Alltag ununterbrochen Gelegenheit für ästhetische Erfahrungen bietet. Für mich liegt darin ein besonderer Reiz, denn es erfordert einen genaueren Blick um das Ästhetische hier aufzudecken. Ist dies einmal gelungen, so wird man überall im Alltag künstlerische Strukturen wieder erkennen.
Erfahrungen, die im Alltag gemacht werden, können für Schüler_innen nicht nur Ausgangspunkt für künstlerische Arbeiten sein, sie bieten auch vertraute Handlungsstrategien an, die dann in künstlerische Strategien transformiert werden können und Schüler_innen so einen anderen Zugang zur Welt ermöglichen.

Die alltäglichen Strukturen rund um das Thema Essen und den Stellenwert, den Essen heute hat, lässt viele Schlüsse über unsere Gesellschaft und Kultur zu: „Du bist was (und wie) Du isst.“ Nahrungszubereitung und -aufnahme sind in unserer Kultur des Zusammenlebens tief verankert und verleihen diesem Form. Diese Form scheint sich in den letzten Jahren zu verändern, der Trend geht weg von aufwändig zubereiteten, gemeinsamen Mahlzeiten und hin zur Kühlschrankkultur. Das regelmäßige miteinander Essen verliert an Stellenwert und eine gemeinsame Mahlzeit wird immer besonderer.
Essen und Kochen haben in meinem Leben einen außerordentlich hohen Stellenwert und deshalb erscheint es mir oft umso unglaublicher, dass dies nicht bei Allen der Fall ist. Aus dieser Diskrepanz heraus steht das Thema Essen und dessen soziale Wichtigkeit im Mittelpunkt meiner künstlerischen Forschung.
Kunst ist oft eine Reaktion auf gesellschaftliche Strukturen und ich halte die Auseinandersetzung mit künstlerischem Arbeiten, vergleichbar wie ich es in meiner Arbeit getan habe, für eine gute Methode, Schüler_innen Gelegenheit zu geben, sich mit gesellschaftlichen Phänomenen umfassend und individuell auseinanderzusetzen. Künstlerisches Arbeiten ermöglicht es, die Gesellschaft zu beobachten und Muster darin zu erkennen, das eigene Verhalten zu reflektieren, eventuelle Veränderungen festzustellen oder selbst Irritationen herbeizuführen und dadurch die Gesellschaft zu verändern.

 

 

 

Ipse


IPSE

Ein Projekt von Daria Andert

Die Arbeit „Ipse“ ist eine Seite bei Facebook, die öffentlich gepostete „Selfies“ teilt und mit Hashtags kurz den Bildinhalt zusammen fasst. Durch das Teilen und Verlinken durch die Hashtags wird das Bild über weitere Ebenen zugänglich.
Die Seite selbst gibt keinerlei Informationen über die Intention des Projektes.

Das Thema hier ist erstens die eigene virtuelle Darstellung und wie öffentlich diese (oft unbewusst) statt findet, zweitens herrscht in Zeiten von Facebook, Instagramm etc. eine große Bilderflut, wobei der eigentliche Inhalt, bzw. die eigentliche Aussage des Bildes verloren geht.
Das erneute Posten der Fotos fremder Menschen und die Beschreibung durch die Hashtags, soll darauf aufmerksam machen, wie leicht Fotos und Privates im Netz für andere, fremde Zwecke missbraucht werden können. Durch das Hinzufügen von neuen Hashtags sollen Bildinhalt und -beschreibung wieder zusammen gebracht werden, um so ein größeres Bewusstsein für Bilder und Fotos zu erzeugen.

Assoziierte Begriffe zu der Arbeit

Das Selbst

„Das Selbst“ ist kein eindeutiger Begriff. In der Psychologie wird er verwendet, um eine Ich-Identität in einem Selbstkonzept zu beschreiben.
Um dieses Konzept im Sinne eines Selbstbildnisses, bzw. der Selbstwahrnehmung geht es hier.
Das Selbstkonzept beinhaltet die eigene Wahrnehmung und Erinnerung über sich selbst, aus der wir heraus unser eigenes Bild von uns zeichnen. Dieses kann sich von dem Bild Außenstehender unterscheiden, da sie nicht die jeweiligen Erinnerungen, Assoziationen, Emotionen etc., wie wir haben.
Die Bilder können sich zwar ähneln, jedoch niemals exakt übereinstimmen.
Dieser Aspekt ist in sofern interessant und relevant, da wir als Menschen uns immer in sozialen und kommunikativen Kontexten bewegen und uns zu jeder Zeit bewusst oder unbewusst selbst präsentieren und automatisch ein gewisses Bild bei unserer Umgebung erzeugen. Dieses Bild versuchen wir möglichst zu beeinflussen, um es mit unserem gewünschten Bild zusammen zu führen. Demnach sind wir mal mehr mal weniger in der Gesellschaft, bzw. in allen sozialen Interaktionen damit beschäftigt uns zu präsentieren, ein Bild von uns zu produzieren, oder es zu korrigieren.
Die geplante Präsentation der eigenen Person findet ihren Höhepunkt in sozialen Netzwerken, wie Facebook.
Man findet vorgegebene Strukturen in denen man sich bewegt, was einem Sicherheit bietet. Die eigene Darstellung wird erleichtert, weil alles a) virtuell statt findet und b) vorgegebene Kategorien fest stehen, in denen man sich einordnen und vergleichen kann.
Hierbei sind einem quasi keine Grenzen gesetzt, sodass man sich selbst in gewisser Art und Weise immer neu inszenieren und potenzieren kann. Durch häufigeres Hochladen von Bildern, genauere Angaben zur eigenen Person, sowie ständige Aktualisierung über sich selbst und seine Beschäftigungen, aktualisiert man quasi seine eigene Person immer neu und wird dadurch zwangsläufig detaillierter, sodass man schnell sensible Momente preis gibt.

Ausziehen

Diese Art der Selbstdarstellung findet bei Facebook kein Limit. Man kann Informationen und Updates über sich selbst, oder seine Mitmenschen immer weiter, immer hoch-frequentierter potenzieren.
Das kann dazu führen, dass viele intime Momente überwiegend im sozialen, virtuellen Netzwerk statt finden. Fotos auf denen man im Bett liegt werden hochgeladen, Standorte werden geteilt und stets aktualisiert und andere Leute werden verlinkt, um genaueste Angaben zu seinen Aktivitäten zu machen und eine möglichst große Reichweite zu erzielen.
Private Augenblicke finden mit allen im Netz statt.
Dieses virtuelle Ausziehen ist inzwischen so normal, dass es suspekt erscheint, wenn jemand Facebook nutzt, jedoch keine oder nur wenige Informationen angibt.
Es wird also auch erwartet, dass man Fotos, Pinnwandeinträge oder Standortangaben mit Facebook-Usern teilt.

Relevanz der Begriffe für Schüler und Schülerinnen, bzw. im Unterricht

Sowohl der Begriff „das Selbst“ , als auch „Ausziehen“ sind zwei Wörter, die eine sensible, intime Thematik beinhalten und spontan von den meisten Menschen wahrscheinlich nicht mit Öffentlichkeit assoziiert werden würden.
Genau diese aktuelle, in unseren Zeiten vorherrschende, Divergenz sollte bei Schülern und Schülerinnen thematisiert werden.
Einerseits sollte bei dieser Arbeit im Kunstunterricht der Umgang mit Sozialen Netzwerken, wie Facebook im Vordergrund stehen, um auf zweiter Ebene zu thematisieren, inwiefern Intimität in der heutigen Gesellschaft noch bedeutend ist.
Dass vor allem im Bereich der Sexualität der Aspekt der Vertraulichkeit gesellschaftlich verloren zu gehen scheint und Kinder und Jugendliche damit aufwachsen, dass es normal ist, sensible Themen der Öffentlichkeit in jeglicher Art und Weise zu präsentieren, ungeachtet der psychologischen Effekte auf beiden Seiten, sollte meiner Meinung nach auch im Kunstunterricht als relevantes und aktuelles, gesellschaftliches Thema mit Schülern und Schülerinnen behandelt werden.
Da das Thema Selbstbild und Selbstwahrnehmung besonders im Jugendalter eine große, wichtige Rolle spielen kann, ist es meiner Meinung nach unabdingbar diesen Aspekt im Unterricht zu behandeln. Schule und, nach meiner Auffassung, besonders Kunstunterricht sind ein Raum, in dem Kinder und Jugendliche sich entwickeln dürfen und können. Ich sehe die Aufgabe des Lehrers dementsprechend, die Schüler und Schülerinnen in ihrer Entwicklung zu fördern, ihnen geistigen, emotionalen, sozialen und fachlichen Inhalt anzubieten und sie zu begleiten.
Hierbei hat der Kunstunterricht nach meinem Empfinden deutlich größere Möglichkeiten sich mit sozialen, politischen und gesellschaftlichen Themen auseinander zu setzen.
Als Lehrperson sehe ich es als meine Aufgabe diesbezüglich meine Kompetenzen, sowie die Möglichkeiten im Rahmen des Kunstunterrichtes zu nutzen, um die Schüler und Schülerinnen unterstützend und anregend während ihrer geistigen, sozialen und emotionalen Entwicklung zu fördern.

 

Alltagsfreuden1


Alltagsfreuden

Ein Projekt von Kristina Buchwald

Bei meinem Projekt handelt es sich um ein Spiel mit Alltagsmedien. Gesucht- und Vermisst-Zettel gehören zum Alltag, sie hängen in Supermärkten, an Pfeilern, Bäumen und schwarzen Brettern; häufig übereinander, nebeneinander, untereinander. Kurz gesagt: chaotisch und unbeachtet, falls einem nicht gerade ein Schlagwort ins Gesicht springt oder man verzweifelt und schon seit Wochen im Kölner Stadtraum nach einer neuen Wohnung sucht. Solche Zettel haben folgenden Charakter: man sucht, man findet – oder eben nicht. Auch ich habe mich bei meinem Projekt auf die Suche gemacht, die Suche nach Alltagsfreuden. Dazu habe ich das Alltagsmedium der Gesucht-Zettel verändert und somit auch seine eingefahrenen Muster, nämlich die strikte Zweckbezogenheit: Biete Nachhilfe, Mathe, Physik, Angabe der Telefonnummer, fertig. Oder: Katze vermisst, zuletzt gesehen vor zwei Wochen, bei Hinweisen bitte melden. Gesucht. Biete. Vermisst. Vermisst habe ich in letzter Zeit bei vielen Menschen oft ein Lächeln und die Freude an kleinen Dingen des Lebens. Daher ist auch mein Thema Alltagsfreuden zustande gekommen. Aus diesem Zweck folgte die Entfremdung der Muster meines gewählten Alltagsmediums – hin zu einer kleinen Freude oder Verwunderung, ein kurzes Lächeln im Vorbeigehen und, selbst wenn es nur ein kleiner Moment ist, die Erzeugung von Aufmerksamkeit für etwas, was wir uns oft selber sagen oder in Floskeln gesagt bekommen („Freu dich an den kleinen Dingen des Lebens“) ohne sie zu verinnerlichen. Nicht die Floskel selbst, aber deren Aussage habe ich benutzt.

Alltagsfreuden2Alltagsfreuden3

Ich habe versucht, nur einen kleinen Akzent – als unbewussten Hinweis für sich selbst sprechend und als „Alltagsfreude in sich selbst“ – zu setzen. Dabei war mir die Freiheit der Rezeption und Antizipation wichtig. Bei der Wahl des Mediums ist diese offensichtlich gegeben. Jedem Einzelnen ist freigestellt, ob und inwiefern er einen solchen Zettel beachtet, liest oder sich damit beschäftigt. Es handelt sich um eine „Momentaufnahme“ während des Vorbeigehens, was aber nicht bedeutet, dass die Beschäftigung damit sofort abgeschlossen ist. Nicht alle, aber einige Reaktionen habe ich mitbekommen. Einige haben sich im Vorbeigehen einen kleinen Zettel mitgenommen – diesmal ohne Telefonnummer, dafür mit einer Idee für den Sommer, einem Reiseziel für den Urlaub, etwas, was man gerade braucht, vielleicht Freude, vielleicht Sonnenschein. Nicht, dass ich dadurch wirklich etwas „gegeben“ hätte in seinem eigentlichen Sinne – gegeben habe ich nur den Gedanken daran.
Meine Botschaft war eigenständig erfassbar und interpretierbar, wenn auch eindeutig von ihrem Sinn her. Sie erfolgt ohne Meinungslenkung, was meiner Meinung nach in der Kunst sehr bedeutend sein kann. In Bezug auf Schüler denke ich, dass die Entwicklung eines solchen Projekts, einem Spiel mit Alltagsmedien, sehr hilfreich für die Entwicklung einer eigenen künstlerischen Fähigkeit sein kann. Wenn Schüler selbst entscheiden können, was sie interessiert, beschäftigen sie sich oft lieber damit – und zudem intensiver und aus sich selbst heraus. Eine Aufgabenstellung wäre zum Beispiel, sich ein Alltagsmedium auszusuchen und dies in irgendeiner Weise zu verändern, entweder mit vorgegebenem Thema oder aber einfach mit etwas, was die Gruppe oder den Einzelnen interessiert. Schüler können auch im Alltag Kunst machen und damit spielen, oft entsteht dann erst Interesse und Lebensbezug. Unser Leben spielt in Situationen. Daher sollte die Kunst das auch. Durch die von mir gewählte Alltagsbezogenheit entsteht eine Öffentlichkeit und keine Museumskunst oder Abgehobenheit. Das macht es auch für Schüler zugänglich. Sie können dadurch Kreativität entwickeln und bleiben offen für Neues, was ich generell für wichtig halte. Angesprochen und bearbeitet werden sollte heutzutage bei Schülern definitiv das Thema Medien. Die eigene Arbeit mit Medien ermöglicht dessen verantwortungsvolle und kritische Nutzung. Nach Baacke (1997) gehört zum Thema Medienkompetenz die Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Unter letztgenanntes fallen die Innovationen und die kreativen ästhetischen Varianten, welche über die Grenzen der alltäglichen Kommunikationsroutinen hinausgehen. Etwas Dementsprechendes zu gestalten und entwickeln kann die Kompetenz der Schüler im Umgang mit Medien fördern. Auch mein Projekt ist beliebig erweiter- und veränderbar. Anfangs habe ich die Zettel in Supermärkten und Pfeilern an der Straße platziert, später habe ich auch Speziellere gestaltet für das Aufhängen in Institutionen wie Krankenhäuser, Kindergärten, Reisebüros, Altenheimen.

Alltagsfreuden4Alltagsfreuden5

Alle Formen und Variationen bezüglich Design und Inhalt sind möglich. Man kann sie nicht nur mit Alltagsfreuden versehen, sondern auch gesellschaftskritisch erweitern. Gezettelt.de befasst sich mit interessanten und witzigen Gesuchzetteln, sowohl mit äußerem Erscheinungsbild und Rechtschreibung, als auch mit kritischen und aufmerksamkeitsfördernden Aufrufen in Papierform. Die Seite beschreibt sich selbst als „Sammelpool für kuriose, lustige oder einfach seltsame Zettel.“ Durch meine Recherchen und der Entwicklung meiner eigenen Arbeit ist mir deshalb besonders der Effekt der Wahrnehmungsverschiebung aufgefallen. Sowohl für mich, für Schüler, für die Welt ist ein anderer Blick auf die Dinge nie verkehrt, manchmal sogar höchst notwendig – gerade in Zeiten mit viel Stress oder Problemen mit anderen. Daher war meine Botschaft auch das Glücklichsein. Nicht mit dem Erreichen des Perfekten, nicht mit der gänzlichen Bewältigung aller Probleme, sondern mit kleinen Dingen. In meinem Projekt habe ich denen, die wollten, etwas mit auf den Weg gegeben. Ein einziges Wort als Anstoß zum Umdenken. Nicht mit dem Gesamtbild, sondern „im hier und jetzt“ glücklich sein, macht glücklich. Daher ist auch der Charakter meines Projekts nicht für die Ewigkeit, sondern temporär gebunden. Es ging an den meisten Stellen erstaunlich schnell, dass alle Zettelchen abgerissen waren, sobald ich sie aufgehängt hatte – für mich war das gleichzeitig eine Bestätigung der Rezeption. Resonanzen auf meine Ideen sind schwer zu beobachten gewesen – bei der Vorstellung eines Videos sieht man direkt die Reaktionen der Zuschauer – ich konnte daher eher die Effekte in Zwischenschritten überprüfen. Zudem war es für das Projekt wichtig, in der Öffentlichkeit zu sein. Relevant war der Bezug zum Stadtraum Köln und dass diese „Versüßung“ nicht für meine Freunde gedacht war, sondern für alle, unbekannterweise. Diese Subversive Versüßung hat punktuellen und temporären Charakter.
Die Anregung gilt dem Wahrnehmen von kleinen Alltagsfreuden, auch im Zusammenhang mit dem Thema Unzufriedenheit oder Depression, teilweise auch unterschwellig oder „still“ vorhanden – daher der Versuch der Veränderung: um mit kleinen Wahrnehmungsveränderungen dort herauszukommen. Meiner Meinung nach ist Mehr-Erreichen-Wollen gut, Ehrgeiz und Leistungsdruck sind eindeutig notwendig und hilfreich. Nur dann entsteht Motivation der Weiterentwicklung. Jedoch hat sich die Gesellschaft insgesamt so sehr zu einer Leistungsgesellschaft entwickelt, dass manche daran kaputtgehen. Unzufriedenheit zeitweise zu spüren erscheint positiv/entwicklungsfördernd, ständige Unzufriedenheit bringt einen jedoch nicht weiter, sondern eher zurück. Wichtig ist, Perfektionismus durch kurzes Atemholen zu unterbrechen. Manchmal streben wir so sehr nach etwas, dass wir nur noch das Ziel im Kopf haben und auf dem Weg dahin nicht kurz stoppen, reflektieren, was habe ich schon geschafft?, manchmal auch nur das Negative oder nicht Fertige sehen. Mein Projekt beinhaltet daher keine Kritik, oder besser: es beinhaltet Kritik an der ständigen Kritik. Daher: Atemholen, Luft schnappen, den Moment genießen – und weiter geht’s.

 

New Iranians1


New Iranians (2014)

Ein Projekt von Lale Filankesova

In das Seminar „Idea & Rausch“ ging ich Anfang des Sommersemesters 2014 zunächst ohne jegliche Vorstellung davon, welche Art von künstlerischer Arbeit ich dort produzieren würde. Während im Laufe der ersten Wochen die Ideen meiner Komilitonen immer weiter ausgearbeitet wurden, sprang ich – hauptsächlich aus Unsicherheit und den Drang verspürend, auch „endlich Mal was zu machen“- von einer nicht umsetzbaren Idee zur nächsten, bis ich anfing, das Experiment „Die PARTEI“ zu beobachten. Die PARTEI war eine vom Satiremagazin Titanic ins Leben gerufene Parodie einer politischen Partei, die sich für politisch nicht vertretbare Ziele (wie ein atomares Endlager am Prenzlauer Berg in Berlin) einsetzte und damit die Gemüter von nichteingeweihten Personen in der Politik und Bevölkerung erhitzte. Inspiriert von der PARTEI war mir schnell klar, dass ich auch etwas mit satirischem Charakter produzieren wollte, aber worauf sollte ich eingehen? Beim Schneiden meines Kurzfilms für das Projekt fremdSEIN, für das ich filmisch die kulturellen Hintergründe meiner Eltern und ihre Einwanderung nach Deutschland verarbeitete, fiel mir dann ein bestimmtes Thema ins Auge: die Tatsache, dass ich zur Hälfte Iranerin war und iranische Frauen mit dem Stigmata verbunden wurden, mithilfe von chirurgischen Eingriffen und einem hohen Verbrauch von Kosmetikprodukten ihr Aussehen auf extreme Weise zu verändern. Doch wie viel Wahrheit steckte darin und worin lagen die Gründe dafür?

Recherche
Bei meiner Recherche stieß ich auf zahlreiche Berichte über dieses Phänomen, darunter Statistiken, die zeigten, dass der Iran tatsächlich -trotz der allgemeinen Kopftuch- und Verhüllungspflicht für Frauen, der Aufforderung, so unscheinlich wie möglich zu kleiden und schweren Bestrafungen bei Verstoß gegen diese Gesetze – weltweit das Land mit dem größtenNew Iranians 2 Verbrauch an Kosmetikprodukten und dem höchsten Zahl an kosmetisch-chirurgischen Eingriffen sei. Es schien, als sei oftmals gerade das, was dem Menschen untersagt wird, plötzlich interessant und begehrenswert für ihn. Google-Suchen nach „iranian make up“ und „iranian nose job“ schienen dies nur zu bestätigen. In einem Ausschnitt aus der Oprah Winfrey Show wurden die verschiedenen Gründe für die sehr hohe Zahl an Schönheitsoperationen im Iranerklärt; Schönheitsoperationen seien ein Statussymbol, erklärte eine via Skype dazugeschaltete Frau aus dem Iran, aber hauptsächlich wäre die Perfektionierung des eigenen Gesichts so wiNew Iranians 3chtig, weil es das einzige Körperteil sei, das eine Frau im Iran zeigen darf. Diese Erklärung blieb mir im Gedächtnis. In Kombination mit den bizarren Bildern aus dem Internet, die mich scheinbar verfolgten und mit denen eigentlich eine traurige Lebensrealität verbunden ist, kam mir die Idee, den Schönheitswahn der Frauen im Iran zum Thema einer Performance zu machen.

Überwindung
Zunächst hieß es meine Unsicherheit bezüglich der Produktion einer eigenen Performance und meiner persönlichen Mitwirkung darin abzulegen. Dass ich mir überlegt hatte, für die Performance in die Rolle einer im Iran lebenden Durchschnittsfrau zu schlüpfen und ihre „typisch iranische“ morgendliche Schminkroutine inklusive Anlegen eines fragwürdigen Schleiers zu imitieren, machte die Situation für mich nicht leichter. Schließlich war das geplante Endergebnis alles Andere als das, was in unserer Gesellschaft als gesellschaftlich akzeptiert oder gar schön gilt, aber genau das war ja Kern dieses Satirevideos. Nach dem ersten Probeschminken bei mir zuhause, das mich realisieren ließ, dass die endgültige Performance meine volle Aufmerksamkeit bräuchte, und den ermunternden Reaktionen darauf („Huch! Man erkennt dich ja gar nicht.“) fing ich an, mich mehr auf das Schminken an sich als auf meine Scham davor zu konzentrieren. Ich suchte im Internet nach Inspirationen und stellte schnell die Hauptmerkmale „typisch iranischen“ Make Ups fest; übermalte Lippen, fast Senkrechte Augenbrauen und sehr sehr viel von allem anderen.

Identität und Verwendung des eigenen Gesichts
Dass ich selbst in meinem Video zu sehen sein würde, bereitete mir zunächst Sorgen. Was wäre, wenn ich negative Reaktionen kriegen würde, die sich nicht nur gegen meine Performance, sondern auch gegen meine Person richteten? Wie würden die Frauen aus meinem Umfeld reagieren, die ich genau mit diesem Video parodiere? Ich dachte lange darüber nach, ob ich mit dieser Arbeit nicht vielleicht eine gewisse Grenze überschreiten und manchen Menschen zu Nahe treten würde, doch das Gefühl der Notwendigkeit, meine Gedanken zu diesem Phänomen künstlerisch zu verarbeiten, überwog. Denn schließlich war diese Performance nicht aus Gehässigkeit oder einem Gefühl der Überlegenheit gegenüber diesen Frauen geboren, im Gegenteil; bei der Beschäftigung mit diesem Thema wurde mir ihre problematische Situation immer klarer und ich ertappte mich dabei, wie ich mich fragte, ob ich in ihrer Situation nicht vielleicht genauso reagieren würde.

Die Publikumsfrage: Wer kann etwas damit anfangen?
Schon im Rahmen unseres Seminars wurde mir klar, dass nicht jeder etwas mit meiner Arbeit anfangen konnte; kaum jemand konnte/wollte etwas zur Ausarbeitung der Arbeit beitragen, beim Erläutern meiner Idee stieß ich nur auf verwirrte Gesichter und schließlich wurde mir sogar eine Burka angeboten. Über die Geschichte des Irans, der erst seit 35 Jahren eine islamische Republik nach dem Gesetz der Scharia wurde , wusste anscheinend kaum jemand etwas. Dass der Protest dieser Frauen, deren Mütter und Großmütter bis 1979 westliche Kleidung trugen und in Diskotheken gingen, folglich getrennt von anderen aktuellen Frauenbewegungen in der arabischen Welt gesehen werden muss, war für meine Kommilitonen größtenteils eine Überraschung. Ich wusste also, dass ich meine Arbeit nicht ohne Erklärung ausgestellt werden konnte, doch als Teil der Videoinstallation, die bei der Ausstellung des Seminars in Dauerschleife laufen sollte, würde ein Text nur stören. Ich entschied mich dafür, einen Ausschnitt aus Marjan Kamalis neustem Roman Together Tea (2013) neben dem Namensschild auszustellen, in dem die gebürtige Iranerin beschreibt, wie sie nach langer Abwesenheit bei einer Reise in den Iran eine von Schönheit und Körperpflege besessene (Frauen-)Welt entdeckt.

* Gemeint sind hier die, die im Iran geboren wurden und erst später (als Jugendliche) nach Deutschland kamen.

 

Kult


Kult, Mythos, Rausch
Performative Strategien zwischen theatralischer Inszenierung und Experimenten

Ein Projekt von Sina Kastrau

Ausgangspunkt für meine Arbeit war die Faszination am Rauschhaften, das Interesse am Performativen in der Kunst und die Lust darauf, etwas Neues zu wagen.
Ich hatte ein Bild in meinem Kopf – so vage und flirrend wie ein Traum – in dem ich selbst im Mittelpunkt eines Rituals stand.
Neben Rausch und Ritual geht es vor allem um die Themen Kult, Ekstase, Abnormalität, Einverleibung und Verwundbarkeit.
Im Rahmen der Projektwoche „Rausch & Idea“ entwickelte ich performative Strategien zwischen theatralischer Inszenierung und Experimenten mit Material. Zu diesem Material gehörte in erster Linie Brot, Wein und der eigene Körper, mein Körper.
Es ging mir dabei vor allem um Expressivität, Selbstdarstellung und den Mut, vermeintlich festgelegte Normen und Bedeutungszuweisungen zu überschreiten. Für mich persönlich galt es in diesem Zusammenhang vor allem auch, Schamgrenzen zu überwinden und mich von dem Gedanken zu lösen, dass andere meine Sache vielleicht seltsam oder unangemessen finden könnten.
Wer seine Komfortzone nicht verlässt und es stets ablehnt, Grenzen auszutesten, wird im Leben und in der Kunst auf der selben Stelle stehen bleiben, denke ich.
Neben der Recherche und Wissensaneignung ging es und geht es im Allgemeinen vor allem um Produktivität, um das ‚Machen‘ und den Prozess. In der Praxis bedeutet das:
Beobachten, offen sein, assoziieren, erfahren, spüren, sammeln, Notizen anfertigen, reden, wahrnehmen, darstellen, suchen, irren, verwerfen, reflektieren, Fehler eingestehen, denken, Normen und Regeln hinterfragen, Grenzen ausloten.
Laut Helga Kämpf-Jansen ist der „Weg des Prozesses“ bereits das Ziel. Dabei heißt Performance vor allem, das, was man sagt auch zu tun
Emotionen und Subjektivität sollten auf keinen Fall an den Rand gedrängt, sondern sogar erzeugt, zugelassen und weiter verfolgt werden.
Der individuelle Bezug zwischen KünstlerIn und dem geschaffenen Werk ist wichtig.
In meinem Fall waren es viele Fragen an die Kunst und an das Sein als solches:
Was darf die Kunst?
Inwieweit wird Kunst inszeniert?
Wo sind die Grenzen der Kunst?
Darf jede/r alles machen?
Kann Kunst zu einer Religion werden?
Wie persönlich sollte Kunst sein?
Kann Kunst Menschen Wege zu übersinnlichen Existenzen oder anderen Sphären aufzeigen?
(siehe:
http://www.2014.newtalents-cologne.de/talente/kunst/vanja-smiljanic/)
Kann man durch Kunst in einen anderen Seins-Zustand gelangen?
Wie kann Kunst bei der Identitätsbildung beziehungsweise Bewältigung von Lebensaufgaben helfen? (Therapie?)
Wie kann ich mit Ablehnung meiner Kunst umgehen?
Ziel meiner Performance war die Abgrenzung vom Alltäglichen und Gewöhnlichen.
Neue Impulse aufsaugen, mit ihnen arbeiten und sie dann weitergeben. Horizonte erweitern und Mögliches, Anderes aufzeigen, es greifbarer machen.
Hierzu habe ich versucht, mich nicht zu verkrampfen, loszulassen und mich ein Stück weit fallen zu lassen. Nur, wenn nicht alles vorher bis ins Detail geplant ist, besteht die Möglichkeit im Zuge des künstlerischen Schaffungsprozesses in einen Zustand des ‚Außer sich Geratens‘ zu gelangen.
Um Kunst richtig zu begreifen und Neues zu schaffen, braucht es facettenreichen Input, der einen bewegt und die Freiheit, etwas bewegen zu können.
Die Arbeit an etwas eigenem, vielfältige Handlungsmöglichkeiten und performative Strategien möchte ich später auch meinen SchülerInnen aufzeigen und ermöglichen.
Sie sollen selbst zu Künstlern und Künstlerinnen werden, in sich hineinhören, die Außenwelt wahrnehmen und etwas schaffen. Ich möchte ihnen dann auch vermitteln:
Ich bin auch “nur“ ein Mensch mit Gefühlen und Fehlern. Ich weiß es auch oft nicht. Probier es aus! Mach es auf deine Art! Sei kreativ, du kannst alles Mögliche dafür benutzen. Ich Ich helfe dir gerne!

 

Video


Videoperformance

ein Projekt von Angela Maier

Es handelt sich um eine filmische Videoarbeit. Es tanzen drei Schauspieler mit einem unsichtbaren Partner. Thematisch geht es um das Thema der Kommunikation. Bei einem Paartanz, wie er im Film gezeigt wird, sind beide Partner darauf angewiesen, dass der andere reagiert. Der Tanz basiert daher darauf, dass der eine Partner mit dem anderen kommuniziert. Ist der Tanzpartner gar nicht anwesend, müsste die Kommunikation ohne ihn ihren Abbruch finden. Allerdings sehen wir im Film Menschen, die diese Fassade aufrecht erhalten. Obwohl die Verbindung abgerissen ist und nicht mehr besteht, wird weiterhin so getan, als existiere sie noch. An der Oberfläche allerdings ist der Film ein dynamisches und schwungvolles Hin und Her, dessen Humor uns vom eigentlichen Thema abzulenken versucht.

Für den Entwicklungsprozess der Arbeit sind folgende Aspekte besonders wichtig für mich:

Phantasie und Imagination
Das Vorstellungsvermögen ist eine der wichtigsten und unabdingbaren Eigenschaften des Menschen.
„Wir haben diese außergewöhnliche Kraft. Damit meine ich die Kraft der Vorstellung. Jede Form menschlicher Kultur ist die Folge dieser einzigartigen Fähigkeit.[…]“ Sir Ken Robinson ist aber auch der Meinung, dass diese Eigenschaft in der Schule systematisch zerstört wird, da das System darauf ausgerichtet ist, die Standartantwort zu finden. Durch Kunst ist es möglich, eine Frage auf viele verschiedene Arten zu interpretieren und zu beantworten. Die Ausbildung von Imagination und Phantasie ist für die Schule wichtig, um selbstständige Menschen mit eigenen Ideen zu erziehen.
In meiner eigenen Arbeit steht die Imagination deshalb im Vordergrund, weil mit etwas bzw. Jemand gearbeitet werden muss, der nicht da ist. Die Schauspieler mussten sich das Gegenüber vorstellen. Der pantomimische Gegenstand, d.h der imaginierte Tanzpartner, ist selbst beweglich. Dass er eine Eigendynamik hat, erschwert die Aufgabe, ihn Gestalt annehmen zu lassen. Es erforderte höchste Konzentration, den richtigen Abstand zu halten, die Hände und den Blickkontakt zum Unsichtbaren zu halten. Wer ist der Tanzpartner, wie groß, wie breit ist er, wie bewegt er sich, was für einen Charakter hat er- das waren Fragen, die bei der Vorarbeit beantwortet werden mussten, damit das Bild des Tanzpartners vor dem inneren Auge der Schauspieler deutlich werden konnte.

Ein Gefühl zum Ausdruck bringen
Damit ist gemeint, dass ich ein Gefühl mit einer künstlerischen Technik verbinden und ausdrücken kann. Etwas, das mich gerade beschäftigt, versuche ich möglichst unmittelbar in ein Bild zu verwandeln. In diesem Fall hatte ich das Bild eines tanzenden Menschen im Kopf, der seinen Partner pantomimisch darstellt. Ich hoffe, dass durch solche spontanen Einfälle, auch beim Betrachter unmittelbar ein ähnliches Gefühl, wie mein ursprüngliches, geweckt wird.
Auch wenn dies nicht immer der Fall sein kann, so lernt man doch durch das Finden einer adäquaten Form, die ein bestimmtes inneres Bild am besten zum Ausdruck bringt, in einem künstlerischen Kontext Zusammenhänge zu verstehen, ob über sich selbst, über andere oder über die Welt. Diese Form der Erkenntnis kann auch für Schüler ein Instrument zur Annäherung an ein Thema sein. Dadurch, dass ein Lebensweltbezug hergestellt werden kann, kann eine intrinsische Motivation der Schüler entstehen. Die Schüler können eine ästhetische Erfahrung machen, indem sie sich einer sinnlichen Wahrnehmung bewusst werden und diese mit anderen Wahrnehmungen und Empfindungen verknüpfen. Wenn eine sinnliche Wahrnehmung in einen größeren Gesamtzusammenhang eingeordnet wird, stellt sich ein ästhetischer Lernprozess ein. Das ästhetische Lernen erscheint mir besonders wichtig, da der Mensch durch Tätigkeiten und Wahrnehmungen zur sinnlichen und begreifenden Erkenntnissen gelangt. Da unser Bewusstsein durch sie geprägt wird, halte ich die kreative Arbeit, welche ästhetische Lernprozesse besonders fördert, in der Schule für unabdingbar.

Positive Überwindung
Sich selbst ins kalte Wasser werfen. Das bedeutet für mich, die Dinge die man noch nicht kann, anzugehen, und dabei die Gefahr einzugehen, dass das Endprodukt nicht den eigenen Vorstellungen entspricht und unperfekt ist. Ich selbst habe noch nie gefilmt oder mit einem Schnittprogramm gearbeitet. Mit Unterweisung von Anderen konnte ich diesbezüglich aber viel lernen und traue mir nun die selbstständige Arbeit mit der Kamera und entsprechenden Programmen zu.
Auch in der Schule kann man die Schüler dazu anregen, sich zu bestimmten Dingen zu überwinden, sei es, sich auf eine Bühne zu stellen, ein Bild in der Schule aufzuhängen oder etwas anderes Neues auszuprobieren, wenn man als Lehrer das Potential dazu erkennt. Die positive Wirkung der anfänglichen Abschreckung des zu überwindenden Gegenstandes kann lange vorhalten, Selbstvertrauen schenken oder der erste Schritt zu einem größeren Interessensfeld bedeuten.

 

Drunk1


Drunk Affection (2014)

ein Projekt von Camie Rüther

Im Zuge der Seminare „Idea und Rausch“ habe ich mich mit Alkoholrausch beschäftigt.
Inspiriert wurde ich zunächst durch das Musikvideo von The Prodigy – Smack my bitch up, welches vom schwedischen Regisseur Jonas Åkerlund produziert wurde. In dem Video sieht man mittels subjektiver Kameraführung einen exzessiven Drogenrausch. Neben Alkohol und Kokain, spritzt sich die Protagonistin auch Heroin. Das besondere an diesem Video: Durch die subjektive Kameraführung und die außerordentliche Schnitttechnik wird der Betrachter in diesen Rausch mit hineingezogen.
Hiervon inspiriert, wollte ich ein Video über Alkoholrausch machen, in dem der Betrachter eine Art virtuellen „Rausch“ erfahren kann. Für die Herstellung des Videos wollte ich selbst sowohl experimentell aktiv erfahren, als auch von anderen (passiv) erfahren, was ihnen im Alkoholrausch passiert ist. Diese Erfahrungen wollte ich als Grundlage meines Videos nutzen.

Warum versuche ich so zu tun, als ob ich betrunken wäre – im Filmprozess und Schnittprozess- wenn ich einfach experimentell, im Rausch, ein „reales“ betrunkenes Videobild performativ produzieren kann?
Drunk2In meinem Video soll es um aktives Erfahren gehen, dafür habe ich von anderen erfahren, was sie irgendwann durch Alkohol erfahren haben und ich habe selber erfahren, innerhalb der Pfingstwoche, was Alkohol mit mir und meinem Körper macht.
In meinem „DrunkTalk“ haben mir Kommilitoninnen aus dem Seminar ihre Alkoholerfahrungen erzählt.
Daraus isoliert habe ich einzelne Fragmente, die ich in meinem Video umsetzen wollte. Wie z.B. der Weg nach Hause, den wir trotz betrunken Zustandes ohne jeglichen Gedanken gehen können.
In der Pfingstwoche kam das Experiment:
Wie kann ich die Spannung – zwischen Rausch und Festhalten (Filmen, Audioaufnahmen) – der Drunk3experimentellen Alkoholerfahrung, in ein Video arbeiten, in dem der Betrachter sich selber wiederfinden kann und/oder sich mit in den „Rausch“ begeben kann?
Ich habe mich entschlossen, eine Mischung aus inszenierten Sequenzen (wie z.B. die Szene, in der der Protagonist sich übergibt) und zufälligen, im Rausch entstehenden Szenen zu machen.

In unserer Gesellschaft ist Alkohol eine legalisierte Droge, Veranstaltungen wie z.B. eine Ausstellungseröffnung sind ohne ein Glas Sekt oder Wein kaum vorstellbar. Alkohol gehört zum traditionellen Ritus unserer Gesellschaftsform und wird oftmals in unseren blinden Flecken des Alltags nicht mehr als Droge bzw. Mittel zur Bewusstseinsveränderung wahrgenommen.
Ab wann hat man „ein Glas zu viel“ getrunken?

Und was heißt das jetzt für die Schule? Kann man so ein „heikles“ Thema mit Jugendlichen besprechen?
Prinzipiell kann man in der Schule gut über Alkoholrausch sprechen und damit kreativ arbeiten. Aufgrund der massiven gesellschaftlichen Diffusion hat Alkohol einen gewissen Stellenwert, auch bei Jugendlichen – sei es das Ablehnen jeglichen Alkoholkonsums oder massives „Komasaufen“ und alle Variationen dazwischen. Wichtig ist, über die Wirkung, die Folgen und die Erfahrungen von Alkoholkonsum zu sprechen und mit diesen und auch den Einstellungen der SchülerInnen zu arbeiten.
Aber es geht auch um das aktive Erfahren, das die SchülerInnen in einen motivierten, kreativen Modus bringt – dabei möchte ich das aber nicht auf den Alkoholrausch beschränken: Kaufrausch, Kreativrausch, Zuckerrausch (bei erhöhten Kekskonsum) oder auch Lernrausch sind mögliche Rausch-Forschungsfelder.
Es geht um die Zustände, bei dem wir bestimmte Kriterien haben: Kontrollverlust, Wahrnehmungseinschränkungen und Enthemmung.
Diese stehen in einem interessanten Spannungsfeld zu unserem Alltag, betreffen uns und bieten sich deswegen sehr gut als „Untersuchungsgegenstand“ bzw. als Inspiration an.
Ich könnte mir eine Unterrichtseinheit vorstellen, bei der es erst einen kurzen „Rausch-Input“ gibt, d.h. dass die SchülerInnen sich austauschen über Rauscherfahrungen und aufzeigen, was ihnen dazu einfällt bzw. welche Erfahrungen sie gemacht haben (passiv und aktiv).
Danach sollte der Lehrer/ die Lehrerin eher als BegleiterIn im künstlerischen Schaffensprozess wirken. Im Sinne einer Aufgabenorientierung würden die SchülerInnen an ihren Projekten arbeiten. Das Ziel ist eine Ausstellung ihrer Werke. Hierbei ist das Selbstwirksamkeitsprinzip der SchülerInnen ausschlaggebend und das geht nur in einem Freiraum für kreative Entfaltung:
Sie würden ihre Projekte schaffen und sie später „Publikum“ zeigen können und würden dadurch eine positive Bestätigung ihres Selbst erhalten und ferner einen Anreiz und eine Motivationsgrundlage für ihre kreative Arbeit haben können.
Die kreative Arbeit ist nicht beschränkt auf ein spezielles Medium, das einzige Kriterium, das mir wichtig erscheint, ist die Zugänglichkeit des gewählten Mediums. D.h., dass z.B. bei einer Videoproduktion in Vornhinein deutlich gemacht werden muss, was für die SchülerInnen möglich ist und was nicht. Dank einer guten Videoaufnahmequalität von Smartphones und einfacher Schnittprogramme relativiert sich glücklicherweise der letzte Punkt.

Rauschzustände zeichnen sich durch einen gewissen Kontrollverlust und gesteigerte Emotionalität aus und das bietet Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit teils unbewussten Motivationen und Problemen. Ein Kontrollverlust verwehrt uns, genau zu bestimmen, was wir machen und führt in extremen Fällen sogar zu Gedächtnisverlust (Blackout, Filmriss). Manche Gesellschaftsformen nutzen bzw. benutzten Drogen, Rauschzuständen und Entzugserscheinungen um die Bevölkerung zu kontrollieren (z.B. Opiumkrieg oder auch in der Literatur: Aldous Huxley – Brave New World (Droge „Soma“)).
Rauschzustände sind nur ein Teil unseres Lebens, d.h. nicht, dass man den gesamten Unterricht auf dieses Thema beschränken bzw. ausrichten sollte, jedoch kann eine Auseinandersetzung mit (Alkohol-/Drogen)Rausch zu reflektierenden Verhalten in diesem Lebensbereich führen. Es kann möglich sein, dass damit u.U. ein „Komasaufen“ von Jugendlichen verhindert werden könnte.

Link zur Arbeit:
https://vimeo.com/99752126

 

dreckig1


Alles bleibt dreckig

Maya Wendler

In meiner Arbeit habe ich mich im Allgemeinen mit Kritzeleien an Toilettentüren und den dazugehörigen Wänden beschäftigt. Ich wollte erforschen, was es damit auf sich hat, wieso sogar im Universitätsraum so ein hohes Bedürfnis besteht, seine Meinung auf der Anonymität der Toilette zu äußern. Sowohl das Frauen, als auch das Männerklo nahm ich genauer unter Betracht und entschied mich, eine Tür auszustellen, die für alle frei zu beschriften sein soll. Der Schutz der Toilettenwände wurde so genommen, aber die Erlaubnis, die Tür zu beschriften wurde gegeben. Als Animation setzte ich wenige Kritzeleien vorab an die Tür, legte zwei Fotokataloge mit vorab gesammelten Fotos der Sprüche von Frauen und Männertoiletten an unserer Uni bereit und hing Kopfhörer an die Tür, welche durch Aufnahmen eines wirren Geplapper diese Sprüche akustisch interpretierten.

Gefasst habe ich meine Arbeit und Arbeitsweise nun unter folgenden Begriffen, dessen Wichtigkeit ich anhand meiner neuen Erfahrungen durch das Projekt auch in dem schulischen Kunstunterricht sehe:

1. Zweckentfremdung
2. Alltag in der Kunst
3. Miteinbeziehen von Rezipienten
4. Flexibles und offenes Endergebnis
5. Forschung

1. Zweckentfremdung

Kunst muss nicht immer auf Papier abgebildet sein und gerade diese Herausforderung, Kunst in anderer Form auszuführen, hat mich gereizt und angesprochen, da ich sonst am liebsten auf Papier zeichne und mich somit gerne von jeglicher anderen Kunstformen oder künstlerischen Medien ausschließe.

Auch bei Schülern ist es sicher häufig so, dass sie sich bei der Arbeit auf Papier und mit klaren Vorgaben, sicherer fühlen als mit freien und flexiblen Handlungsmöglichkeiten. Ihnen soll jedoch gezeigt werden, dass Kunst nicht nur aus Malerei und Zeichnung besteht. So dass eine Vertrautheit mit kreativem Denken außerhalb dieser Grenzen, ermöglicht werden kann. Zweckentfremdung von Gegenständen mit eigentlich klaren Funktionen, bricht mit den verankerten Strukturen und Denkmustern der Kinder und gibt ihnen den Weg zu einem kreativen Denken frei.

2. Alltag in der Kunst

Seit ich studiere habe ich mich gefragt, wie es kommt, dass an der Universität, wo doch eher „vernünftige“ Menschen ein und aus kehren, so viele und zum Teil so vulgäre Kritzeleien auf den Toiletten zu finden sind. Von Beginn meines Studiums an, wollte ich dieses Phänomen künstlerisch verarbeiten, doch da es in den meisten meiner bisherigen Seminare vor allem um das erlernen von Techniken wie Druck, Zeichnen, Bildbearbeitung und das Umgehen mit Plastik ging, fand ich keinen Weg dieses Thema zu integrieren. Weil es sich weder um ein Bild, noch um ein Objekt handelte, schien es einfach unmöglich.
In den Seminaren „Idea und Rausch“ konnte ich nun endlich ohne Einschränkungen in Material und Thematik arbeiten, weshalb die Installation einer zu beschreibenden Toilettentür sich anbot.

In der Schule ist es zwar leider nicht komplett möglich, den Schülern ohne Einschränkungen in Material und Thematik freien Handlungsspielraum zu gewährleisten, da die Lehrperson bei jeder Aufgabe im Hinterkopf behalten muss, dass diese später bewertet wird und dessen pädagogische Wichtigkeit mit bedacht werden muss. Jedoch ist mir gerade durch mein Projekt klar geworden, wie wichtig es ist, nicht nur offensichtlich kreative und künstlerisch wertvoll erscheinende Themen in den Unterricht mit aufzunehmen, sondern auch den Blick für die besonderen Dinge im Alltag zu schulen. Sicher gibt es Phänomene, die einzelne Schüler begeistern und für andere als eher unwichtig wahrgenommen werden. Mit eben diesen Phänomenen können Lehrer und Schüler arbeiten, um eine bisher unbekannte Vielfältigkeit zu erfahren. Den Kindern soll also keine feste und klare Definition von Kunst gezeigt werden, welche sich vor allem im musealen Kontext abspielt, vielmehr soll ihr Blick für Kunst im Alltag, sowie für aktuelle Kunst geschult werden.

3. Miteinbeziehen von Rezipienten

Da mein Thema „Klosprüche“ ein soziales Phänomen darstellt, welches sich stets im Wandel befindet, war es mir wichtig diesen Aspekt auch in meiner Installation zu übernehmen. Darüber hinaus wollte ich nicht etwas ausstellen, was sich kurz angeguckt wird und somit für den Rezipienten als betrachtet und abgeschlossen gilt. Ich wollte den sozialen Aspekt aufgreifen und den Betrachter die Möglichkeit geben, sich aktiv an der Kunst zu beteiligen, anstatt sie sich nur anschauen zu können.
In meiner eigenen Schulzeit wurde unter dem Begriff Kunst nahezu nur bildliche Kunst und selten Plastik besprochen. Performance und Installationen wurden fast komplett außen vor gelassen. Dass gar die Möglichkeit besteht, dass auf Kunst auch von Rezipienten eingewirkt werden kann, war in meiner gesamten Schulzeit niemals ein Thema. Doch Kunst muss nicht immer zum angucken und bewundern gedacht sein. Manche Kunst kann man auch anfassen, körperlich erfahren, sie beeinflussen und an ihr teilhaben. Dieses Wissen sollen auch Schüler erlangen und ihre persönliche Erfahrung mit solchen Werken machen.

4. Flexibles und offenes Endergebnis

Durch die Festlegung auf eine Installation, welche durch die Betrachter verändert und bereichert werden kann, wäre es kaum möglich gewesen, ein klares und festgelegtes Endergebnis zu erzielen und gerade dieser spannende Aspekt des Ungewissen, macht die Arbeit für mich selber interessant. Eben etwas Ungeplantes und zunächst Ungewisses vorzufinden, über das man nur spekulieren kann, ist an meiner Installation das reizvolle für mich gewesen, da sich etwas von mir erdachtes, selbstständig und frei zu entwickeln scheint.
Auch Schüler sollten die Erfahrung machen, nicht immer auf ein klares Ziel hin arbeiten zu müssen, sondern sollen lernen mit Ungewissheit zu Recht zu kommen, welches ein Arbeiten mit flexiblem Ergebnis mit sich bringt. Das Zielorientierte Prinzip herkömmlichen Kunstunterrichts wird somit gebrochen und ermöglicht den Schülern, ihren künstlerischen und kreativen Horizont zu erweitern, sowie das Vertrauen in Andere zu stärken.

5. Forschung

Während ich lange davon ausging, dass man bei der Herstellung von Kunst ein Konzept, einen Plan und ein klares Endergebnis vor Augen haben muss bevor man mit dem Arbeiten beginnt, habe ich innerhalb meines Studiums erfahren, dass dies nicht immer der Fall sein muss. Oft ist es sogar so, dass Künstler ohne diese Planung und vollendete platonische Erarbeitung ihres Werkes zu arbeiten beginnen und dann völlig frei und forschend an ihr Werk herantreten. In meiner Installation wollte ich diese Forschung mit einbringen: Ich wusste zunächst nur, dass ich mit den Kritzeleien an Toilettentüren arbeiten wollte, das Medium und die Ausarbeitung standen jedoch noch lange nicht fest. Aber nicht nur die forschende Herangehensweise gedachte ich zu übernehmen, die Forschung selbst fand auch durch mein Projekt in Kommunikation mit den Rezipienten statt. Wie wird auf die Installation reagiert? Löst sie Reaktionen aus, auf die wiederum auch reagiert werden? Ist die beschriftete Toilettentür im Kontext einer Ausstellung weniger einladend zum Beschreiben, als in einem geschlossenen Toilettenraum? Es gab etliche Fragen, nach deren Antwort es mir bedurfte.
Gerade weil ich durch meine Schulzeit davon ausging, dass Kunst vor deren Schaffen zunächst durchdacht und geplant werden müsse, denke ich nun, dass es umso wichtiger ist den Schülern zu zeigen, dass Kunst auch völlig anders sein kann. Es muss weder Angst vor dem weißen Blatt bestehen, noch davor, dass etwas Falsches oder gar Schlechtes entsteht, nur weil vorab nicht alles akribisch durchdacht wurde. Die Schüler sollen lernen in der Ausübung von Kunst frei zu sein, sich auszuprobieren, erforschen was ihnen möglich ist, erfahren was ihnen gefällt und wie sie sich ausdrücken möchten. Anhand dieser eigenen Erfahrungen rückt auch die aktuelle Kunst näher in ihren Verständnishorizont und eine Akzeptanz gegenüber dieser für Schüler doch eher selten tolerierten Kunst, wird gesteigert.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *