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Let’s get lost – Wasting time on the Internet

Dozent: Johannes Hedinger

Das Blockseminar „Let’s get lost – Wasting time on the Internet“ von Johannes M. Hedinger mag sich für viele Studierende wie die Belohnung ihres schlechten Gewissens anhören: Creditpoints fürs Chatten, Rumklicken und stundenlang das Internet Durchforsten. Es ist eine Einladung und Aufforderung sich kreativ, experimentell und ohne Schuldgefühle auf das Internet einzulassen. Zusammen wollen wir den Beweis antreten, dass das Internet nicht den Untergang der abendländischen Kultur bedeutet und es uns zu kreativeren Menschen machen kann.

Jeder muss heute auf seine Art lernen, die neuen Kommunikationstools für sein tägliches Leben und Arbeiten produktiv zu machen. Dabei kann man einiges von Künstlerinnen und Künstlern lernen, die wie schon bei früheren Medienrevolutionen zu den „early adopters“ gehören.

Im Mittelpunkt des ersten Blockwochenendes standen deswegen die inspirierende und diskursive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Beispielen aus der Kunst sowie Techniken des kollektiven Experimentierens – gemeinsam online sein, in den diversen Kanälen und andersartigen Identitäten des WWW. Einige dieser Übungen basierten lose auf dem Buch «Wasting Time on the Internet» (2016) von Kenneth Goldsmith.

Ausgehend von diesen gemeinsam erarbeiteten Inspirationen und Live-Experimenten inner- und außerhalb der Uni haben die Studierenden in Kleingruppen ihre eigenen Projekte zum kreativen Verlorengehen im Internet entwickelt und in den kommenden Wochen ausgearbeitet.

Die Abschlussberichte der Projekte aus dem Wintersemester17/18 sowie aus dem Sommersemester18 werden im Folgenden vorgestellt. In diesem Wintersemester (18/19) geht das Seminar in seine dritte Runde.

//Sommersemester 18

Gruppe 1: Die anonyme Whatsapp-Gruppe

Was passiert, wenn man wahllos und willkürlich fremde Leute in einer Whatsapp-Gruppe zusammenbringt? Einer neuer Zwischenraum an der Schwelle von öffentlich und privat? Astrid Hohn und Katharina Krawiec haben es ausprobiert. Was dabei herauskam verrät ihr Abschlussbericht: Die unbekannte Whatsapp-Gruppe

Zur Dokumentation der Präsentation geht’s hier: Die unbekannte Whatsapp-Gruppe – Präsentation

Gruppe 2: Emojis statt Emotionen

Emotionen im Social Media ohne Emojis ausdrücken? Geht das überhaupt? In einem Selbstversuch haben Elena Siegers und Svenja Hermes sich dieser spannenden Erfahrung ausgesetzt. Taucht mit ein in ihrem Emoji-freien Bericht: Emojis statt Emotionen – Konzept

Gruppe 3: Story of a person I don’t know

Was verrät uns der Social-Media-Auftritt über eine Person, die wir nicht kennen? Dieser Frage wollten Victoria Kirchner und Can Freiburg in ihrem Projekt kreativ nachgehen. Den Abschlussbericht gibt’s hier: Story of a person I don’t know

Gruppe 4: INFLUENCIA

Dem Influencer-Phänomen auf Instagram und dem Versuch seiner Systematisierung widmeten sich Vanessa Gemein und Sebastian Görg in ihrem Projekt: Influencia

Gruppe 5:

//Wintersemester 17/18

Gruppe 1: anti_insta_channel

Claudia Mais, Nina Zelic, Philip Heitmüller haben einen anti_insta_channel ins Leben gerufen und sich auf die Suche nach dem “langweiligen Bild” gemacht, das möglichst wenige Follower anzieht.

Hier geht’s zu ihrem Abschlussbericht.

Gruppe 2: x high nine –  the art of google streetview

Wie fühlt es sich an, die Welt zu bereisen, ohne sie tatsächlich zu betreten? Nicolas Seiffert und Marco Becker haben sich gemeinsam mit den SeminarteilnehmerInnen auf eine kritisch-reflektierte Reise durch die Bildwelten von Google Streetview begeben. Inspiriert wurden sie durch die Arbeit 9-eyes von Jon Rafman (2009).

Hier geht’s zu ihrer digitalen Fotosafari: x high nine – the art of google streetview  und dem Blog zu ihrem fortlaufenden, partizipativen Projekt: https://xhigh9.com

Den Abschlussbericht könnt ihr hier downloaden: x high 9 – Nicolas Seiffert, Marco Becker

Gruppe 3: Let’s get lost – for real via Actionbound

Inspiriert vom Onlinetool Actionbound entwarfen Rike Nieuwenhuis, Jule Schremmer und Lea Pfeiffer eine digital-vernetzte Schnitzeljagd durch die “reale” Kölner Innenstadt. Ohne Smartphone gab’s kein Weiterkommen für die MitspielerInnen auf der interaktiven Route vom Zülpicher Platz bis zum Heumarkt.

Hier gibt’s den Abschlussbericht: Report Gruppe 3

Gruppe 4: Don’t get lost – the facts of social media

Ines Dieser, Nadja Krantz und Martina Gerspach verfolgten mit ihrem Projekt “Don’t get lost” die Intention, die Nutzung der sozialen Netzwerke näher unter die Lupe zu nehmen sowie für gekünstelte, selbstdarstellerische Auftritte zu sensibilisieren. Methodisch näherten sie sich mit einer Umfrage und einer Fotoserie zu den Online-Stereotypen, die ihnen begegneten.

Ergebnisse der Umfrage zu Instagram, Facebook, und Snapchat:

Den kompletten Abschlussbericht mit Reflexion könnt ihr hier lesen: Report Gruppe 4

Übersicht zum Projektablauf und Doku: Doku Gruppe 4

Gruppe 5: #Photopuzzle & Rücken an Rücken online sein

Samina Gul, Tommy Negro und Katerina Tzoukas entwickelten gleich zwei Projekte:

Ihre Werkreihe #Photopuzzle widmete sich dem Transfer der in Massen produzierten Online-Bilder aus den Social Media-Portalen Facebook und Instagram in eine haptisch wahrnehmbare Umgebung. Zum Ausgangspunkt ihrer pluralen Bildkomposition nahmen sie sich Theorie der Postproduction nach Nicolas Bourriaud. Hier geht’s zum Bericht.

In ihrem Liveexperiment Rücken an Rücken online sein verfolgte die Gruppe die brennende Fragestellung, wie sich die Nutzung technischer Geräte auf unser analoges Miteinander auswirkt. Dazu konstruierten sie eine Laborsituation, in der zwei Fremde zwischen “virtueller” und “realer” Kommunikation wählen konnten. Was geschah, könnt ihr hier lesen: Rücken an Rücken online sein

Link zum Video: https://youtu.be/GAjA06-QHuI

Gruppe 6: Our Life without Whatsapp

Marie Grabietz, Sabrina Dahl und Helen Roth unterzogen sich einem herausfordernenden Selbstexperiment: 5 Tage ohne Whatsapp. Geht das überhaupt noch, wo die App doch zum alltäglichen Kommunikationsmedium geworden ist? Welche Vorbereitungen sie getroffen haben und wie das Experiment ausgegangen ist, erfahrt ihr in ihrem Bericht: Our Life without WhatsApp.

Gruppe 7: Lost in Cologne

Laura Eichler, Bianca Örnek, Ricarda Büttner nahmen sich die Plattform Instagram zum Ausgangspunkt für eine intensive und kritische Analyse zum Thema Online-Präsenz: Der Account lost_in_cologne sollte zum Forschungsfeld werden und neue Antworten liefern auf die dringenden Fragen, die sie zum (eigenen) Umgang mit dem Medium an der Schwelle von Privatleben und Öffentlichkeit beschäftigten: Was macht einen erfolgreichen Account aus, welches (Online-)Verhalten zieht Follower an und was macht das mit uns, immer dem perfekten Instagram-Dasein nachzueifern? Den umfangreichen Bericht zu ihrer (Selbst-)Beobachtung findet ihr hier: Konzept Lost in Cologne – Gruppe 7

Gruppe 8: The real you against the Insta-You // Selbstverwirklichung in Instagram

“Mittlerweile ist Instagram für viele von uns eine persönliche Visitenkarte, ein Vorzeigemittel unseres perfekten Lebens und wird vor allem genutzt, um anderen zu zeigen, wer wir gerne sind oder wer wir gerne sein wollen.”

Auch für Slavina Slaveva und Lara Dünnebacke stand die Online-(Re-)Präsentation auf Instagram im Zentrum ihrer forschenden und kritischen Auseinandersetzung mit Social Media. Sie haben den systematischen Ansatz gewählt und u.a. die Kriterien für einen perfekten Post ausfindig zu machen und zu rekonstruieren versucht. Download des Erfahrungsberichts: Handout Slavina & Lara

Gruppe 9: Wasting time on the Internet vs. Wasting time on Real life

Berit Kalus und Celine Danisz haben sich den Seminartitel selbst zum Thema ihres Selbstversuchs gemacht: Wie genau verschwendet man eigentlich Zeit im Internet, und wie im “Real Life”? Und wo lässt sich Zeit “besser” verschwenden, on- oder offline? 12 Stunden lang haben sie per Video protokolliert, womit sie ihre Zeit vertreiben: Die eine ständig online, die andere ganz ohne Internet.

Link zur Videodokumentation: https://www.youtube.com/watch?v=5vriWMWrXF4&feature=youtu.be

Link zur Prezi mit Leitfragen und Hypothesen: http://prezi.com/zivucfk9ibkz/?utm_campaign=share&utm_medium=copy

Gruppe 10: Concept Colonia

Haben Sie schon von der Concept Colonia 2018 gehört? Zu sehen ist sie überall in Kölns Straßen. Eine stadtviertel-, künstler- und genreübergreifende Ausstellung, ins Leben gerufen von einem Künstlerkollektiv, das die Absicht verfolgt, “Nicht-Kunstwerke” zu Kunstwerken aufzuwerten und filterlose Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren. Klingt ganz nach einer echten Kunstaktion. Oder?

In ihrem Projekt Concept Colonia reflektieren Pablo Plum, Neele Stolberg, Hannah van der Staay das Verhältnis von Kunst und Nicht-Kunst im Zeitalter der digitalen Präsentations- und Kommunikationsstrategien, aufbauend auf der Kunsttheorie des Amerikanischen Philosophen Arthur Danto. Was unterscheidet ein Kunstwerk noch von einem Fake-Kunstwerk? Und wer urteilt über die “Aboutness” einer Kunstaktion? Hier geht’s zum umfangreichen Bericht der Seminargruppe: Concept Colonia Handout

Gruppe 11: Lost in Jerusalem

Ebenfalls inspiriert durch die Arbeit 9-eyes.com von Jon Rafman, begab sich Anke Heyen auf eine virtuelle Reise durch Israel: Ausgehend von Tagebucheintragungen und Tipps ihrer Facebook-Freunde tauchte sie vom 31.1. – 05.03.2018 über Facebook und Google Streetview in eine intensive Reise durch das Land ein; fernab der gewöhnlichen Reiseweise. Begleitend veröffentlichte sie einen Reise-Blog und verfolgte damit gezielt eine journalistische und diskursive Intention: “Durch meine fiktive Reiseberichte wird dasselbe Bild erzeugt, aber es ist mir von Vornherein wichtig, dass jeder aufmerksame Rezipient weiß, dass es (nur) eine Fake-Reise ist. Genauso wichtig oder vielleicht noch wichtiger ist die Auseinandersetzung mit Israel. Im Idealfall erhoffe ich mir Diskussionen zwischen eher pro-jüdischen und pro-palästinensischen Menschen.”

Was Anke in Israel erlebt habt, erfahrt ihr in ihrem Projektbericht: Israel online 2018

sowie auf FACEBOOK: Anke Heyen

und besucht unbedingt ihren wunderbaren Blog: https://israelonline2018.wordpress.com

Vorab ein paar Impressionen von Ankes Reise:

 

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Das Seminar “Let’s get lost – Wasting time on the Internet” bei Johannes M. Hedinger wird im Sommersemester 2018 erneut angeboten: Klips-Link zur Lehrveranstaltung