Tag Archives: Dekolonisierung

Spaces and Militancy. Situated Visual and Spatial Politics. Eine künstlerische Forschung von Sandra Schäfer

Meine künstlerische Forschung beschäftigt sich mit Filmen und Räumen, die in das Verhältnis von Macht, Gewalt und Befreiung eingreifen. Ich untersuche filmische Methoden des Militanten Kinos der Dekolonialisierungs- und Befreiungskämpfe. Hierzu gehören auch mediale Produktionen während der Radikalisierung der Student*innenbewegung in Westdeutschland sowie die Analyse zeitgenössischer Filme. Ausgehend von diesen Beispielen entwickele ich eine Methodik des Militanten Bildes. In meiner eigenen filmkünstlerischen Arbeit stehen zwei „Projekte“ der Hisbollah in Libanon im Zentrum: das Museum des Widerstands in Süd-Libanon und der Wiederaufbau des Stadtteils Haret Hreik nach der Bombardierung durch das Israelische Militär im Jahr 2006. Wie setzt die Hisbollah Raum und Architektur ein, um Machtverhältnisse zu verschieben? Wie zeigen sich Machtverhältnisse in Architektur und nehmen Einfluss auf Erinnerung und Identität? Durch meine Arbeit als Bildproduzent*in in den Territorien der Hisbollah nehme ich sowohl die Methoden der Hisbollah, als auch meine eigenen Methoden zum Gegenstand der Forschung. Zwei Videoinstallationen sind hierbei entstanden: die Zweikanal-Installation Mleeta und die Vierkanal-Installation Constructed Futures: Haret Hreik. Sie wurden unter anderem auf der 66. und 67. Berlinale in der Sektion Forum Expanded gezeigt. 

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Gastvortrag von Dr. Vanessa E. Thompson am 03.12.18: Fugitive Archives. Über marginalisierte Erinnerungspraktiken und die (Un-)Möglichkeiten performativer Dekolonisierung

Forschungsperspektiven der Ästhetischen Erziehung und deren Bezugsdisziplinen
Mo, 03.12.18, 16:00-17:30 Uhr
Humanwissenschaftliche Fakultät | Gronewaldstraße 2 | 50931 Köln
Block A | 2. Stock, Hörsaal 122

In den letzten Jahren tragen migrantische, rassifizierte und mehrfachmarginalisierte soziale Gruppen und Bewegungen in Europa die Forderungen nach der Dekolonisierung von Erinnerungspolitiken zunehmend in den städtischen Raum. Damit fordern sie auch dominante Formen der Erinnerung heraus. Ob die Forderungen nach der Dekolonisierung von kolonialen und rassistischen Straßennamen, die politische Anerkennung des Völkermords an den Herero und Nama oder die Kämpfe um Gerechtigkeit für Opfer von institutionellem Rassismus: Dekoloniale Gedenk- und Erinnerungsdiskurse haben in den letzten Jahren europaweit Aufwind erfahren und verweisen darauf, dass historische intersektionale Gewalt weiterhin bis in die Gegenwart fortwirkt.

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