Ästhetische Praxis als Medienkritik – Workshop 3

Wie könnte man die Staatsbürgerschaft im Zeitalter globaler Vernetzung und digitalen Nomadentums neu konzipieren? Könnte angesichts wieder auflebender Nationalismen in der ganzen Welt und angesichts des abnehmenden Vertrauens der Öffentlichkeit in bestehende politische Institutionen die Technologie alternative Formen gesellschaftlicher Organisation über die Landesgrenzen hinaus ermöglichen? “What if homes were streamable like music or movies and citizenship fluid beyond borders?” – Diesen Fragen widmen sich die Künstler*innen Christopher Kulendran Thomas und Annika Kuhlmann. Gemeinsam gründeten sie mit New Eelam ein Start-Up, das gleichermaßen künstlerische Utopie ist: ein globales, flexibles Wohnungsabonnement, das den Lebensumständen einer wachsenden Klasse kreativ Arbeitender entspricht.

New Eelam bezieht sich auf strukturelle Bedingungen und Prozesse von Urbanisierung und Gentrifizierung durch deren affirmative Verstärkung. Gerade die Verwicklung mit unternehmerischen Praxen und einer Silicon-Valley-Rhetorik stellen tradierte Auffassungen des Kritik-Begriffs in Frage. Die ausgeprägte Werbe-Ästhetik der Arbeit multipliziert sich in verschiedenen Settings: Als Start-Up, als Promotionvideo, als Museumsinstallation und Ideologie und verstrickt sich in unterschiedlichen Formaten zu komplexen Spekulationen auf die Zukunft, die eine neue Standortbestimmung erfordern.
Von Freitag, 8.12. um 14 Uhr bis Samstag, 9.12. um 15 Uhr findet am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln (Ort: Gronewaldstraße 2, Block B, Rm 2.205) der dritte Workshop des Forschungsprojekts Ästhetische Praxis als Medienkritik statt.
Der Workshop wird am Beispiel von New Eelam diskutieren, wie sich eine kritische Praxis und ein Kritikbegriff skizzieren lassen, die sich auf künstlerische Arbeiten beziehen. Mit Beiträgen von Kristin Klein, Alex Klütsch, Katja Lell und Ellen Wagner.

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